Vom Kap bis Kairo

Europa besitzt ein sehr gut ausgebautes Schienennetz. Die USA haben mit der Eisenbahn ihre Küsten verbunden. Die Transsibirische Eisenbahn durchquert Asien. Aber Afrika? In vielen Ländern ist Eisenbahn ein Fremdwort. Das soll sich nun ändern! Wir Spieler bauen eine Strecke durch den gesamten Kontinent, vom südlichen Kap bis ins nördlich gelegene Kairo. Weil es aber viel zu einfach wäre, wenn alle am selben Strang ziehen, macht das jeder für sich. Was aber nicht heißt, dass wir von gegnerischen (gescheiterten) Bauvorhaben nicht profitieren könnten...

Jeder Spieler zieht mit seiner Lok eine Spur. Es geht durch Wüsten, Dörfer und Savannen, über Berge und Flüsse. Natürlich ist die Bebauung der unterschiedlichen Gebiete verschieden schwer. Deshalb benötigt man z.B. durch die Savanne nur sechs Schienen, während die Wüste mit acht Schienen oder die Flussüberquerung mit zehn Schienen zu Buche schlagen. Da Vom Kap bis Kairo ein reines Kartenspiel ist, gibt es keine Schienen in diesem Sinne. Woher also nehmen?

Die Spielfläche sieht so aus, dass ein Spieler genau eine (die nächste) für ihn zu durchquerende Landschaft kennt. Die anderen können eine, aber auch mehrere, ihrer kommenden Aufgaben kennen. Jede Landschaftskarte hat selbst null bis drei Schienen aufgedruckt, die bei der Bebauung helfen. Hat man weitere Landschaftskarten zum Durchqueren ausliegen, zählen auch deren aufgedruckte Schienen für die aktuelle Durchquerung. Wer am Zug ist deckt zusätzlich die nächste Karte vom Stapel auf. Auch deren Gleise darf man fürs Bauen verwenden. Eventuell hat ein Spieler Bonusgleise gesammelt, weil er direkt vor einem schwer zu überquerenden Fluss steht und die anderen Mitspieler inzwischen weitergezogen sind. Diese kann er nun einsetzen. Erreicht man in Summe die geforderte Anzahl von Gleisen, hat man die Landschaft erfolgreich durchquert. Hat man weniger Gleise als benötigt, kommt der nächste Spieler an die Reihe. Er deckt eine weitere Karte vom Stapel auf. Nicht nur diese, sondern alle bislang aufdeckten Karten darf er für sich verwenden.

Wer knapp an seiner benötigten Gleiszahl scheitert, kann sich überlegen, ob er die Differenz mit Hilfe seines Kontos bezahlen möchte. Das ist aber ein teurer Spaß: ein Gleis muss mit 10 Pfund veranschlagt werden, 100 Pfund sind unser Startkapital. Wir brauchen das Geld aber nicht nur für den Streckenbau, sondern auch für die sogenannten Auktionen; sprich für die Wahl der weiteren Strecke. Es läuft nämlich folgendermaßen ab: Hat ein Spieler seine letzte offene Strecke erledigt, bekommen alle Spieler ein neues, offenes Streckenteil hinzu. Dazu werden so viele Teile aufgedeckt, wie Spieler teilnehmen. Reihum gibt jeder ein verdecktes Gebot ab. Der Spieler mit dem höchsten Gebot darf sich als Erster ein Streckenteil aussuchen.

Zu neuem Geld können wir nur über die Durchquerung von Landschaften kommen. Wer am Ende Pleite ist, hat nicht schlecht gespielt; vielmehr hat man sein Geld mehr oder weniger sinnvoll investiert. Wenn man Geld übrig hat, zählt das nichts. Es gewinnt nämlich jener Spieler, der zuerst acht Landschaften durchqueren konnte. Dieses Ziel ist nach einer knappen halben Stunde meist erreicht.

Spieletester

10.06.2010

Fazit

Vom Kap bis Kairo ist ein kleines Kartenspiel, das sowohl dem Glücksritter als auch dem Taktiker zu gefallen vermag. Der Glücksanteil ist durch die zufällig aufgedeckten Landschaften deutlich vorhanden. Durch den geschickten Einsatz seines Geldes kann man aber einiges korrigieren. Die einzig sinnvolle Spieltaktik besteht darin, leicht zu durchquerende Landschaften zu sammeln. Das wollen aber alle Spieler! Darum gilt es, bei der Auktion genau abzuwiegen: Wie schwer ist die Karte zu durchqueren? Wie viel Arbeit trägt sie selbst bzw. zu eventuellen anderen meiner Bauabschnitte bei? Brauche ich viel Geld retour als Bonus für die Durchquerung? Hebe ich mir lieber mehr Geld für die kommenden Runden auf? So blufft und taktiert man sich durch die Spielrunden. Das Spiel geht rasch voran, die Wartezeiten sind angenehm kurz. Bei der Ausstattung gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln. Lediglich die Spielanleitung, die das Geschehen gut strukturiert beschreibt, ist sehr klein und entsprechend klein geschrieben - ein Tribut an das handliche Schachtelformat.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

Teilen mit facebook twitter

Besucherkommentare

Andi | 12.06.2010

Empfehlenswerte Hausregel: bei den Versteigerungen liegt eine Landschaft weniger aus als Spieler teilnehmen. Der Niedrigst-Bieter geht leer aus. Dadurch kann es zu mehreren Versteigerungen hintereinander kommen.

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 7,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2001
Verlag: Adlung-Spiele
Genre: Glück
Zubehör:

4 Lok-Karten, 4 Tender-Karten, 50 Landschaftskarten, 1 Übersichtskarte, 1 Geländekarte, 1 Spielanleitung. Weiters benötigt man für jeden Spieler einen Stift und ein Blatt Papier.

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7105 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2304 Berichte.