Évora

Im 1. Jahrhundert wurde in der Stadt Évora ein römischer Tempel erbaut. Seine uralten Säulen überdauerten die Zeit und sind noch heute eine wahre Sehenswürdigkeit. Diese mayestätischen Säulen zu errichten, exakt darum geht es in diesem Werk!

Säulen und Spiele:

In Évora übernehmen die Spieler die Rolle von römischen Architekten beziehungsweise Bauherren mit dem Ziel prachtvolle Tempelsäulen zu errichten. Dafür müssen im Verlauf des Spiels bis zu vier Steine an den Plätzen für die Säulen gestapelt und mit einem Kapitell vollendet werden. Dabei übernimmt jeder Mitspieler eine andere Farbe. Während des Erbauens werden bereits Punkte vergeben, je nachdem auf welcher Höhe ein Stein platziert wird, aber auch spezielle andere Möglichkeiten sind vorhanden, um auch noch am Ende des Spiels ordentlich abzustauben. Sieger wird, wer am Ende des Spiels, wenn ein Spieler alle seine Steine verbraucht hat, die meisten Siegpunkte erhaschen konnte. Um diese im Überblick zu behalten, verfügt das Spielbrett über eine Punkteleiste, auf der ein Punkteanzeiger platziert ist.

Wer die Mehrheit einer Farbe in einer Säule besitzt, stellt zusätzlich einen Arbeiter an die Spitze, sodass dies angezeigt wird; bei einem Gleichstand wird kein Arbeiter platziert. Neben den farbigen Steinen gibt es jedoch auch noch zusätzlich weiße Steine, diese können praktisch von jedem platziert werden, zählen als eine Art weiterer, neutraler Spieler und bringen einem immer exakt zwei Siegpunkte beim Platzieren ein.

Ein Arbeiter wird zusätzlich, zu Beginn des Spiels, auf einem der Felder auf der unteren Spielbretthälfte platziert. Im Uhrzeigersinn bewegen sich die Spieler, indem sie ihre Figur auf eines der drei folgenden, konsekutiv unbesetzten Felder setzen und die dort abgebildete Aktion ausführen. Dies kann sein: Steine oder Kapitelle zu platzieren, Karten zu ziehen, Bonuspunkte zu erhaschen und vieles mehr. Auch ein Zenturio befindet sich hier, ein Feld blockierend, kann aber durch gewisse Aktionen auch wie eine Spielfigur genutzt werden.

Zu Beginn jeder Runde kann man wählen eine Karte zu spielen und dann entweder eine zu ziehen und seinen Zug zu beenden oder eben einen seiner Arbeiter zu bewegen. Karten sind einer von vier Kategorien zugehörig, welche unterschiedliche Boni beim Ausspielen bieten. Alternativ können auch drei Karten effektlos abgelegt werden, um eines von vier Sofortbonusplättchen zu aktivieren, welche extrem starke Boni mit sich bringen.

Zusätzlich zu den Punkten, die durch das Platzieren von Steinen erhalten werden, werden am Ende des Spiels weitere vergeben, und zwar für die Mehrheit an Steinen seiner Farbe in einer gewissen Höhe, für Säulen in denen man die Mehrheit an Steinen/Kapitellen besitzt und für jegliche platzierte Kaiserbonusplättchen.

Spieletester

29.06.2023

Fazit

Ein Werk, um die Zeit zu überdauern:

Évora ist ein Spiel, welches wirklich positiv überrascht und das in mehreren Hinsichten. Da es sich ja eben um ein Spiel handelt, in welchem man unterschiedliche Bausteine stapelt, war ich anfangs etwas skeptisch, besonders da man hierbei immer wieder die Angst haben muss einmal unbeabsichtigt etwas umzuwerfen und dadurch das gesamte Spiel zu zerstören. Bei hektischem Spielgeschehen oder genereller Unachtsamkeit kann dies zwar schonmal passieren und dies auch mit recht katastrophalen Folgen für den Spielverlauf, aber die beigefügten Steine sind allesamt sehr stabil und eignen sich sehr gut zum Stapeln, sodass ein zusammenbrachen der Säulen während des Erbauens quasi nie vorkommt.

Eine weitere Überraschung bot das Regelheft. Am ersten Blick scheint es relativ viel Information zu beinhalten und so, als müsse man erstmals sehr viel Zeit in das Lesen investieren, doch beim aktiven Durchgehen des Heftchens ist man verblüffend flott durch. Nicht nur ist es gelesen, nein, auch der Großteil der Regeln ist üblicherweise klar. Lediglich einzelne Symbole, welche bestimmte Handlungen darstellen, müssen anfangs eventuell nachgeblättert werden – hier hätten wir uns eine, wie in vielen Spielen bereits üblich, Übersichtskarte zu den einzelnen Aktionen gewunschen.

In den meisten Zügen gibt es sehr viele Optionen an Punkte zu gelangen und diese müssen stets genau eruiert werden. Diese große Anzahl an Möglichkeiten bietet einen besonders taktischen Aspekt, ohne dabei aber zu viel beziehungsweise zu unübersichtlich zu werden.

Allgemein überzeugte Évora uns mit einem stabilen Grundkonzept und der großen Variabilität an Möglichkeiten, ohne dabei eben zu unübersichtlich zu werden. Prinzipiell kann Jung und Alt sich in diesem Spiel gemeinsam austoben und in einer spaßigen Mischung aus Taktik und Aufbauen miteinander konkurrieren. Auch der Langzeitspaß ist hier eindeutig gegeben, sogar bei uns wurde flott aus einem „probieren wir dieses Spiel doch mal“ ein „ich fordere eine Revanche!“

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • relativ stabile Bausteine
  • Regeln sind rasch verstanden und recht schnell gelesen
  • meist viele unterschiedliche Aktionen möglich
  • recht hoher Wiederspielwert

Minus

  • Achtung! Nichts umwerfen!
  • etwas unübersichtliche Symbole (Übersichtskarten wären nett gewesen!)

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 60 Minuten
Preis: 49,95 Euro
Erscheinungsjahr: 2022
Verlag: mebo
Zubehör:

1 Regelheft (12-seitig)
1 Spielbrett
4 Punktemarker (1 in jeweils blau, gelb, grün & pink)
24 Kapitelle (6 in jeweils blau, gelb, grün & pink)
12 weiße Steine
56 farbige Steine (14 in jeweils blau, gelb, grün & pink)
44 Arbeiter (11 in jeweils blau, gelb, grün & pink)
1 Zenturio
36 Karten (9 Statthalter-, 9 Kaiser-, 9 Architekt-, & 9 Zenturio-Karten)
1 Startmarker
4 Sofortbonusplättchen
8 Kaiserbonusplättchen (2 in jeweils blau, gelb, grün & pink)

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