Council of Shadows

Im All sind Anpassungsfähigkeit und Reichweite wichtig.
Entfernungen werden in parsec gemessen.
Das Parsec (Kurzwort aus englisch parallax second) ist ein astronomisches Längenmaß.
Es ist die Entfernung, aus welcher der mittlere Abstand zwischen Sonne und Erde, unter einem Winkel von einer Bogensekunde erscheint, und entspricht rund 206.265 Astronomischen Einheiten beziehungsweise etwa 3,26 Lichtjahren oder etwa 30,9 Billionen Kilometern.
Für das Spiel nicht wichtig, aber wissenswert.
Council of Shadows wird im Netz mit Schattenrat übersetzt.
Mir ist Schattenkabinett geläufiger, egal ist es so und so.
Lassen wir den Spieltitel einfach hinter uns und kümmern wir uns um das Spiel.

Top aktuell: Es geht um Energie

Alle Umwege, die wir in dem Spiel machen und machen müssen, dienen letztlich der Energiegewinnung mit dem Ziel, mehr zu erzeugen als zu verbrauchen. Ein damit erwirtschafteter Energieüberschuss wird vom Schattenrat sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen und er befördert uns auf das nächste "Dark Tech" - Level.
Level III ist das Ziel unserer Träume, erreicht es jemand, wird damit auch das Spielende eingeläutet. In dieser letzten Runde kann durchaus auch Level IV noch erreicht werden. Die gewöhnungsbedürftige Art und Weise des upgrades hält die Spannung bis zuletzt aufrecht.
Aber alles der Reihe nach.

Programmierte Aktionen und KI

Als technologisch weit entwickelte Menschheit sind wir mit computergesteuerten Aktionen und künstlicher Intelligenz natürlich bestens vertraut. Was wir in welcher Reihenfolge tun, planen wir mit unseren sechs Aktionskarten.
Drei davon nutzen wir pro Spielzug.
Folgende Aktionen stehen auf den Startkarten zur Verfügung:
  • 1) Einen Planeten besiedeln
  • 2) Eine Kolonie auf einem Planeten gründen
  • 3) Erträge schürfen
  • 4) Ein Sonnensystem entdecken
  • 5) Edelsteine nehmen
  • 6) Edelsteine aufwerten
Man sieht schon, dass die Sequenz 6 - 5 - 1 nur wenig Sinn machen würde wenn man keine Edelsteine hat. Generell sind nicht immer 100%ig sinnvolle Abläufe möglich, das hat auch den Grund, dass nach der Abwicklung der drei Aktionen die Karten eine Position nach rechts geschoben werden und somit links an erster Stelle ein Platz frei wird, der mit einem neuen Befehl befüllt wird.
So entsteht eine rotierende Maschine, die nicht immer ganz rund läuft.
Zur Verbesserung des Befehlssatzes (wahrscheinlich wird in LISP oder einer anderen KI-Sprache programmiert) kann man KI-Karten kaufen. Die Kosten sind in Edelsteinen zu bezahlen, die Fähigkeiten sind verglichen mit den Startkarten etwas verbessert, der Verbrauchswert etwas verringert.
Apropos Edelsteine:
Sie sind nicht namentlich sondern nur farblich bezeichnet, nämlich als anthrazit, goldfarben und transparent.
Ich nenne sie A, G und T.
Auch ihre Wertigkeit folgt dieser Reihenfolge.
G kann statt A verwendet werden, T ersetzt sowohl A als auch G und am Spielende bringen sie noch 1/2/3 Energie.
So ist es in den AGTs (Außerirdische GrabungsTransformationen) des Schattenrats festgesetzt.

Kaufen - Planen - Aktionen

Drei Kaufaktionen darf jeder Spieler tätigen.
Darunter versteht man einerseits den Erwerb von KI-Karten (die Auslage bietet acht zur Auswahl) oder die Verbesserung des persönlichen Tableaus.
Alles kostet Edelsteine.
Während erworbene KI-Karten in die Kartenhand wandern und in kommenden Spielzügen als Aktionskarten diese verbessern, dienen Aufwertungen des persönlichen Tableaus einer verbesserten Reichweite sowie der Erlaubnis, neben den erdähnlichen blauen auch Wüstenplaneten oder Vulkanplaneten kolonisieren zu dürfen.
Die Lizenz zum Besiedeln muss erst erworben werden.
Ebenso das Raumschiffdistanzdiplom, das dieses Besiedeln oder Kolonisieren auch in parsec 2 oder parsec 3 entfernten Galaxien erlaubt.
Nichts ist ein Selbstläufer, alles muss erworben werden, die Aktionsgültigkeitsreichweite sogar getrennt für jeden der drei Aktionskartenplätze.

Danach plant jeder - abgesehen vom ersten Spielzug - jene Aktion, die vor den vom letzten Zug verbliebenen Aktionen auszuführen ist. Es dürfen im Notfall auch Aktionskarten überdeckt werden, weil dann aber Karten länger blockiert sind, wird die Aktionsauswahl in den Folgezügen damit eingeschränkt. Idealerweise sollten neue Karten dazu passen und somit eine ordentliche, 3-stufige Maschine ergeben. Das Ausführen der Aktionen dauert dann ein wenig und mit einer gewissen downtime muss gerechnet werden. Weil diese Phase der Kern des Spiels ist, ist das aber zu verschmerzen.
Nur was man bisher gesät hat, kann auch danach in diesem Zug oder später im Spiel geerntet werden.

Energie: Verbrauch und Erzeugung

Die Spielreihenfolge, in der die Aktionen abgewickelt werden, ergibt sich durch den Verbrauchswert der drei gespielten Aktionskarten. Einerseits zieht der Verbrauchsmarker die Summe der drei Verbrauchswerte auf seiner Bahn um den Spielplan weiter und nähert sich immer weiter dem Endwert 100, andererseits werden die Spielreihenfolgeplättchen entsprechend dem Verbrauchswert dieser Runde verteilt.
Je höher der Verbrauchswert, desto früher darf man die Aktionen durchführen.
Aber:
Je höher der Verbrauchswert, desto weiter entfernt sich der Verbrauchs-Marker vom Energie-Marker.
Der hinkt nämlich immer nach.
Und wie heisst es warnend auch in den Londoner U-Bahnen:

Mind the Gap!

Der Abstand zwischen den beiden Markern kann durch optionale Galaxienwertungen oder das Schürfen von Energie reduziert werden. Die Entscheidung trifft alleine der aktive Spieler selbst.
Hat der Spieler mehr Cubes in einer Galaxie deponiert als jeder andere Spieler, dann wird das mit höherer Energieausschüttung honoriert.
Für Gleichstand oder weniger Cubes gibt es nur den niedrigeren Energiebonus.
In manchen Galaxien gibt es extra eine helle oder dunkle Bonuskarte dazu.
Eine Wertung kostet einen Cube in der gewerteten Galaxie, der wird dann nach der Wertung entfernt und wandert in den eigenen Vorrat zurück. Das ermöglicht wiederum anderen Spielern, ebenso höhere Energiegewinne zu lukrieren.
Hat man klug gewirtschaftet, sind weitere Wertungen in anderen Galaxien möglich.
Aber auch sinnvoll?
Wichtig bei der ganzen Sache: The Gap.
Der Energiemarker soll durch konzentriertes Pushen den Verbrauchsmarker überholen und dem Spieler die Beförderung in den nächsten Dark Tech - Level einbringen. Das ist Sinn und Zweck und Spielziel, möglichst schnell den Dark Tech - Level III zu erreichen. Das ist natürlich nur schrittweise
möglich. Nach jedem Sprung auf den nächsten Level wird nämlich der Energiemarker auf den Restwert nach Abzug des Verbrauchsmarkerwerts zurückgestellt.
Also quasi: Zurück zum Start.
Nur der Verbrauchsmarker bleibt wo er ist.
Der Start auf dem nächsten Dark Tech - Level fällt natürlich mit den bereits erworbenen zustzlichen Fähigkeiten bezüglich Reichweite und Anpassungsfähigkeit deutlich leichter, aber weil auch die Mitspieler nicht untätig waren bleibt alles spannend bis zum Schluss.
Nicht zuletzt auch deshalb, weil analog zum Spruch "Je später der Abend desto schöner die Gäste" auch hier gilt: "Je länger die Partie desto höher die Energieausbeute".

Apropos später Abend und so...

Die Spieldauer von 60 - 90 Minuten quittierten meine Mitspieler mit einem irren Lachen und dem ungläubigen Blick auf die Schachtel.
Tatsache.
Auch zu Zweit ist 90 Minuten nicht zu schaffen.

Spieletester

08.06.2023

Fazit

Weil das Weltall riesig ist muss es der Spielplan auch sein.
Das macht viel her, macht es aber auch schwierig, Kolonien auf weit entfernten Galaxien zu deponieren.
Das hängt nicht nur von der Reichweite in parsec sondern auch der Arme ab.
Überhaupt: Drei dieser kleinen Würfelchen übereinander zu stapeln (mehr sind nicht erlaubt!) ist nichts für Grobmotoriker. Die haben schon bei der Handhabung auf
dem eigenen Tableau ihre Schwierigkeiten. Das haben aber auch alle anderen.
Die kleinen Würfelchen verrutschen gerne.
Ausgestanzte Löcher für die Marker wäre super gewesen.
Oder double-layer Spielpläne.
Die wurden bereits mehrfach in der Spielebranche gesehen.

Der Spielablauf ist leider recht repetitiv.
Man macht wirklich nahezu immer das gleiche.
Schürft mal da, kolonisiert mal dort, platziert ein Sonnensystem mal hier, mal dort, kauft Verbesserungen oder KI-Karten und wertet mal diese Galaxie, mal jene.
Bei Wertungen ist es immer klug nur dort zu werten, wo man die Mehrheit an Markern besitzt.

Eigentlich läuft man immer mit dem Energiemarker dem sich immer wieder entfernenden Verbrauchsmarker hinterher.
Das erinnert an den Wettlauf von Hase und Igel.
Auch dieser Wettlauf wiederholt sich.
Dreimal mindestens.

Beim Studium der Spielanleitung hatte ich das Gefühl, der Schattenrat könnte recht flott zufrieden gestellt werden.
Irrtum, wie so oft klafften Theorie und Praxis um Stunden auseinander.
Die Spieldauer würde nicht stören wenn man etwas mehr Gefühl für tolle Züge entwickeln könnte.
Das klappt aber nicht so wirklich.
Das liegt wohl auch an der zu großen Vielfalt an Optionen, Bonuskarten und sonstigem Material.
Bei der Beförderung in Dark Tech - Level I wählte ich bewusst eine Karte, die mir sofort und einmalig was Gutes tut.
Danach musste ich nicht mehr an sie denken.
Und das war gut so!
Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Tolle Optik
  • Cleverer Programmiermodus der Aktionskarten
  • Solo spielbar
  • Mit 2 Zusatzmodulen (Raumstationen & Anführer)

Minus

  • Spielpläne ohne Löcher für die Marker
  • Schlecht stapelbare Kolonien
  • Gewöhnungsbedürftige Icons
  • Sehr repetitiv
  • Bedeutungslose Hintergrundstory

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
Preis: 50,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2022
Verlag: alea
Grafiker: Sam Dawson
Zubehör:

1 beidseitig bedruckter Spielplan (Puzzleplan), 1 Tafel "Council of Shadows", 31 Sonnensystem-Plättchen (10x Parsec 1, 11x Parsec 2, 10x Parsec 3), 4 Reihenfolgeplättchen, 2 Tafeln "zusätzliches Aktionsfeld", 25 Karten "Künstliche Intelligenz", 16 "Dark Tech"-Fähigkeiten (je 8x Level I und Level II), 27 Bonuskarten (18x hell, 9x dunkel), 18 Automa-Karten (für das Solospiel), 55 Edelsteine (20x anthrazitfarben, 20x goldfarben, 15x transparent), 2 Abdeck-Platten (für das Spiel zu dritt), 6 Anführer (Modul 2), 1 Thron.
Pro Spielerfarbe: 6 Aktionskarten, 1 Sichtschirm, 1 Tableau, 1 Porträt, 1 Energiemarker, 1 Verbrauchsmarker, 30 Cubes, 3 Raumstation-Plättchen (Modul 1), Spielanleitung

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