Snow Tails

Was machen harte Kerle wie Hundeschlittenfahrer, wenn's eigentlich grad nix zum Schlittenfahren gibt? Ganz klar: Sie machen ein Rennen. 
Sonst hätten wir ja kein Spiel nicht...


Das Spiel:

Vor Spielbeginn stellen sich die Spieler aus den Spielplanelementen eine Rennstrecke zusammen. Dieser Parcours kann nicht nur böse Kurven, scharfe Kahren und Engpässe enthalten, sondern sich auch durch fiese Tannen mitten im Weg auszeichnen (oder, um mal einen Klassiker des Austropop ein bisschen zu verfremden: "Für eine grüne Arktis, so a Bledsinn. Die sollen eanare Stauden woaunders hipflaunzen."). Jeder Spieler erhält einen Hundeschlitten, der aus zwei "Hunden" und einem Bremsmarker besteht, sowie ein Set mit Karten vom Wert 1-5.

Ist ein Spieler an der Reihe, spielt er eine oder mehrere Karten gleichen Wertes aus. Er legt diese auf einen oder beide Hunde des Schlittens und/oder stellt die Bremse auf den entsprechenden Wert. Danach zählt der Spieler die Werte beider Hunde zusammen, zieht den Wert der Bremse ab und zieht mit seinem Schlitten die entsprechende Anzahl an Feldern.

Die Werte der Hunde haben zudem natürlich noch eine andere Bedeutung für das Spiel: Ist der Wert eines Hundes höher als der des anderen, so zieht dieser stärker, was logischerweise bedeutet, dass der Schlitten die Spur wechselt. Wenn also die Hunde verschiedene Werte haben, muss sich der Spieler auch seitwärts bewegen.

Donnert man mit seinem Schlitten gegen den Streckenrand, in einen Baum oder mit zu hoher Geschwindigkeit in eine Kurve, bekommt man Dellenkarten. Diese zählen zum Handkartenlimit, schränken so die Auswahl an brauchbaren Karten ein und lassen sich durch nichts entfernen. Relativ gnädig ist das Spiel, wenn man in einen anderen Schlitten donnert. Das bringt keine Dellenkarten, der Spieler zieht nur in dieser Runde keine Handkarten nach und beginnt demnach die nächste Runde mit weniger Auswahl.

Das Rennen endet, wenn die Spieler das Ziel erreicht haben. Vorzeitig ausscheiden kann ein Spieler, wenn er die fünfte Dellenkarte zieht. Doch wie drückt sich die Anleitung so schön aus: "Trotz umfangreichen Trainings und Sicherheitsvorkehrungen können trotzdem Unfälle geschehen. Da das nahe liegende Krankenhaus nur 1 Ausgabe von Monopoly für ihre wartenden Patienten besitzt, nehmen wir an, dass Sie dort nicht zu viel Zeit verbringen wollen."



Spieletester

25.05.2009

Fazit

Wie schön, dass die unermüdlichen Schreiberlinge von Wettlaufspielen immer neue Mechanismen für "Der Spieler, der zuerst im Ziel ist, ist Sieger" austüfteln. Und noch schöner ist dabei, wenn diese Mechanismen nicht nur funktionieren, sondern auch Laune machen. (Und das im Falle Snow Tails nicht nur deshalb, weil auch die Anleitung nicht unwitzig geschrieben ist.)

Wenn man für Spiele wie Mississippi Queen, Hase und Igel oder Robo Rally eine Schwäche hat, sollt man hier durchaus den einen oder anderen Blick riskieren. Snow Tails bietet einen der interessanteren Mechanismen des Genres.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Besucherkommentare

Jan Vandeslund | 06.03.2012

Ich habe mir das Spiel gekauft. Die erste Nacht mit einem Freund 5 Mal gespielt. Die zweite mit meiner Frau 2 Mal und zu guter Letzt in der 3. Nacht 1 Mal alleine mit 4 Fahrer. Damit ich auch einen Eindruck erhalte wie es sich in einem grösseren Feld verhält. Ich bin beeindruckt, wie der Spielmechanismus mit 3 Parametern (linker Hund, rechter Hund, Bremse) so toll und ausgeglichen funktioniert. Wer Formula D(é) liebt, wird dieses Spiel ebenfalls lieben.

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten
Preis: 35,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2008
Verlag: Fragor Games
Genre: Wettlauf
Zubehör:

16 Spielplan-Elemente
5 Spielfiguren
5 Schlittenpläne
5 Bremsenanzeiger
5 Sets Spielkarten
20 Dellenkarten
20 Bäume
1 Marker
1 Spielanleitung (Deutsch und Englisch)

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