Diamonds Club

"Diamonds are the girl's best friend" sang schon Marilyn Monroe. Das hat auch im hier vorgestellten Spiel Diamonds Club seine Gültigkeit (natürlich für Spieler und Spielerinnen) - der Name ließ es ja schon vermuten. Aber auch andere Edelsteine haben ihre Daseinsberechtigung, weil sie als Zahlungsmittel wesentlich schneller bei der Hand sind. Bezahlen ist übrigens ein gutes Stichwort: Viele Dinge muss man doppelt bezahlen, um sie zu bekommen; später mehr dazu. Schlussendlich haben wir nur ein Ziel: Wir wollen den wertvollsten Garten erschaffen, indem wir ihn mit Wäldchen, Bauwerken und Tiergehegen schmücken.

Bevor wir in eine Partie starten, müssen wir die weit über 100 Plättchen nach Sorten (19 an der Zahl) trennen. Ich empfehle dringend die Anschaffung von Druckverschlussbeuteln! Immerhin gibt es noch weiteres Spielmaterial, das vorbereitet werden will. Die Zeit für den Aufbau ist nicht zu unterschätzen.

Wenn es dann los geht, ist alles ganz einfach. Zuerst sind wir in der Kaufphase:
Auf die Marktstreifen, die in jeder Runde in einer neuen Kombination erscheinen, legt man Münzen. Felder sind teurer, wenn die Nachbarfelder bereits benutzt wurden. Als Gegenleistung erhält man sofort Plättchen und/oder darf auf diversen Leisten seine Position manipulieren:
Gegenstände:
Man erhält Schiffe, Minen oder Schürfrechte. Ein solches Dreierset wird später benötigt, um an Edelsteine zu kommen. Weiters gibt es Tierplättchen, die man sofort im Park einsetzt.
Die Leisten:
Da wäre die Startspielerleiste zu nennen. Wer in diese investiert, kann sich Vorteile in der Bauphase erarbeiten (Wer es an die Spitze treibt, kann sich sogar einen Diamanten verdienen. Gleichzeitig muss man aber in der Kaufphase beginnen, in der die hinten sitzenden Spieler einen kleinen, taktischen Vorteil haben.). Weiters gibt es drei Leisten auf den Spielertableaus, die uns in den Wert der Wäldchen, höhere Edelsteinerträge und Geldvorrat investieren lassen.

Am Ende der Kaufphase gibt es den erwähnten Diamanten für den neuen Startspieler, sowie einen Diamanten für den oder die Spieler mit den meisten Restmünzen. Es folgt nun jene Phase, in der wir Edelsteine erwerben. Wie bereits gesagt tauscht man hierzu Schiff, Mine und Schürfrecht gegen Edelsteine ein. Schiff und Schürfrecht tragen jeweils eine Ziffer, die kleinere entscheidet über den Ertrag. Unter Umständen hat man so viele Gegenstände gesammelt, dass mehrere Minen in derselben Runde etwas ausschütten.

Jetzt geht es ans Eingemachte, das was eigentlich die Siegpunkte ins Haus bringt: das Bauen. Die Edelsteine, deren Grundlage wir in der Kaufphase mit Münzen erworben haben, werden nun selbst zum Zahlungsmittel. Dreiersets in vordefinierter Zusammensetzung können gegen Gebäude eingetauscht werden. Teurer wird es jedoch, wenn ein anderer Mitspieler dieselbe Sorte Gebäude in dieser Runde bereits errichtet hat. Wäldchen starten beim relativ günstigen Preis von zwei beliebigen Edelsteinen.

Das Ende der Bauphase ist gleichzeitig Rundenende. Jeder Spieler stockt seinen Münzvorrat auf das Niveau seiner dazugehörigen Leiste auf. Letzteres entfällt, wenn ein Spieler den linken Teil seines Tableaus vollständig bebaut hat; das ist nämlich gleichbedeutend mit dem Spielende und führt uns direkt zur Wertung.

Bei der Wertung zählen die erbauten Gebäude und erreichten Bonustafeln (die erhält man, wenn man als Erster besonders viele gleiche oder verschiedene Gebäude errichtet hat) einen fixen Wert (ein Gebäude entspricht vier Punkten, Bonustafeln haben den Wert drei oder fünf), ebenso steht von Anfang an fest, wie viel man für seine Tierplättchen bekommt (komplette Sets schlagen mit 10 Punkten zu Buche). Eventuell hat man durch das Vorrücken auf den Leisten den einen oder anderen Punkt ergattert, das ist aber eher selten spielentscheidend. Ebenfalls durch eine Leiste gesteuert: Der Wert der Wäldchen. Er ist höchst variabel und beträgt zwischen zwei und sechs Punkten pro Plättchen.

Welche Strategieansätze liegen in Diamonds Club? Da gibt es die Schiene der Wäldchen, deren Wert man für sich nach oben treibt. Dem Gegenüber die nächste "Monokultur": Viele gleiche Gebäude und somit Bonustafeln sammeln. Zu guter Letzt hat man die Möglichkeit, viele Tiere zu sammeln. Man kann sich unschwer ausrechnen, welche Strategie die lukrativste ist:
Drei Felder sind mit bestimmten Gebäuden vorherbestimmt, die man dort bauen muss. Die restlichen elf Felder (theoretisch könnte man noch fünf weitere bebauen) sind frei verfügbar.

Baue ich mir Bäume? 11 Bäume x 6 Punkte = 66 Punkte.
Baue ich Tiere? 3 Sets = 30 Punkte (bei 2 noch freien Feldern). Ein Satz mit X - das war wohl nix.
Baue ich Gebäude? Im optimalen Fall, wenn sonst niemand auf Gebäude aus ist und mir keine Bonustafeln wegnimmt: 1 Gebäude bauen kann sofort 7 Punkte bringen (4 fürs Gebäude + 3 für die Bonustafel). Je 2 weitere Gebäude bringen 9 oder 7 Punkte. Summe: 66 Punkte; wie die Bäume.

Die Tierplättchen sind also keine wirkliche Alternative. Die Rechnung mit Gebäuden geht nur im Optimalfall auf, was aber so gut wie nie der Fall ist: In der ersten Runde wird jeder versuchen, durch ein einziges Gebäude die dazugehörige Bonustafel abzustauben. Favorisiert wird also die Baum-Strategie?! Überlegen wir mal was passiert, wenn alle Bäume haben wollen: deren Preis schnellt in die Höhe, man kann sich pro Runde nicht so viele Bäume leisten wie man gerne hätte... womit die Gebäude-Spieler wieder einen Vorteil haben. Vor allem dann, wenn mehr als zwei Personen am Tisch sitzen.

Spieletester

14.06.2009

Fazit

Wir sehen: Die einzig wahre Strategie gibt es nicht, das optimale Vorgehen hängt von vielen Faktoren ab. Das macht den Reiz von Diamonds Club aus. Man sollte jedoch aufpassen, dass die Partie nicht in einer endlosen Grübelei über den besten Spielzug endet; die Spieldauer ist auch so schon lang genug. Wie gesagt ist der Aufbau etwas langatmig. Schließlich hat die Unzahl verschiedener Plättchen keinen fixen Platz in der Schachtel, alles landet in einer einzigen großen Mulde. Auch sonst gibt es Stilbrüche in der, ansonsten tadellosen, Ausstattung: Die Marktstreifen sind deutlich dünner als der Rahmen, in dem sie manchmal klemmen oder auch darunter rutschen. Diamonds Club ist eine Empfehlung für Familien, die gerne mehr Taktik im Spiel mögen.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 60 Minuten
Preis: 25,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2008
Verlag: Ravensburger
Autor: Rüdiger Dorn
Grafiker: Franz Vohwinkel
Genre: Taktik
Zubehör:

1 Spielrahmen, 14 Marktstreifen, 4 Spielertableaus, 161 Plättchen (Bauwerke, Ausrüstung,...), 40 Spielsteine, 56 Münzen, 100 Edelsteine, 8 Bonustafeln, 4 Kurzspielregeln, 1 Anleitung, 1 Beiblatt

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