Dschingis Khan

Bevor ich mich der eigentlichen Rezension widme sei vorab festgestellt, dass ich Leo Colovini als Autor großer Spiele wirklich schätze. Carolus Magnus ist ein wirklich sehr schönes Spiel, Inkognito, gemeinsam mit Alex Randolph ist ebenso ein ganz feines Spiel. Clans, wie Carolus Magnus ein Spiel rund um Mehrheiten, mag ich auch sehr gerne. Dschingis Khan hingegen mag ich nicht, und das hat ein paar Gründe, die nachfolgend thematisiert werden.
Hier also 7 Gründe, warum ich Dschingis Khan - Bewegung an der Großen Mauer nicht mag.

Grund 1: Das Spielmaterial
Die Spielsteine sind aus Kunststoff und einfach hässlich. Sie sind stapelbar und haben auf der Unterseite ein Symbol, gefallen aber nicht. Der Kundschafter, er hat ebenso einen achteckigen Fuß um auf den Spielsteinen stehen zu können, ist ein gesichtsloses Ding, ohne Charme. Die Mauerteile sind optisch recht ansprechend, wenngleich auch diese aus Holz wesentlich mehr darstellen würden.
Fairerweise sei der Spielplan von der Kritik ausgenommen, der schaut gut aus, auch wenn die Feldeinteilung in normale Quadrate einfacher zu spielen wäre als die verzogenen Rhomben.

Grund 2: Ewiges Nachschauen, was im Stapel liegt
Wenn man ein Dorf übernimmt, also einen eigenen Spielstein oben drauf setzt, darf man dann alle Spielsteine, die bereits in diesem Dorf gestapelt sind, ansehen. Man kann sich die Spielsteine auch merken, wenn man kann, kann es aber nicht, weil einfach zu viele Informationen vorhanden sind. Da die Regel vorsieht, eigene Dörferstapel jederzeit kontrollieren zu dürfen, artet das Spiel in ein ständiges Durchsehen der Stapel aus. Viel Arbeit, wenig Spiel.

Grund 3: Es ist egal, was man tut
In unserer ersten Partie zu viert versuchte Erich ohne viel Strategiegedanken zu spielen. Das Ergebnis war sein überlegener Sieg ohne viel Überlegung. 33 Punkte, gegenüber 15, 12 und gar -10. Ja, auch Minuspunkte sind durchaus möglich. Kommentar von Erich: "Der Sieg ist mir passiert."

Grund 4: Noch einmal gewonnen, er weiß nicht warum
Auch die zweite Partie zu viert gewann Erich mit 28 Punkten, ich hatte 10 Punkte weniger, Edith 14 und Sissy 2 Punkte. Es ist ihm "nochmals passiert".

Grund 5: Keine Ahnung, wer in Führung liegt
Im Laufe des Spiels hat man nicht wirklich die Information wie gut man im Rennen liegt. Es gibt nicht sehr viele Anhaltspunkte. Man kennt die Werte seiner Dörfer und versucht, "gute" Dörfer zu verteidigen, das ist aber schon alles.

Grund 6: Hoffentlich ist die Partie bald aus
Wenn mir beim Spielen egal ist, ob ich gewinne oder verliere und ich mich nur nach dem Ende sehne, so ist das ein denkbar schlechtes Zeugnis für ein Spiel.

Grund 7: Die Ungerechtigkeit
Ich habe alle 2er - Partien gegen meine Frau verloren. Die abgebildete Partie endete 41 zu 16 für lila. Aber zugegeben, das ist mein Problem und nicht das des Spiels.

Spieletester

21.10.2007

Fazit

Irgendwie witzig ist, dass Sissy, auch wenn sie beide Partien als Letzte beendete, das Spiel am positivsten beurteilte. Es störte sie der hohe Glücksfaktor nicht, auch das Spielmaterial ist für sie OK. Auch daran sieht man wieder, wie unterschiedlich Geschmäcker und Ohrfeigen sind. Da ich jedoch aus meiner Sicht urteile, gibt es trotzdem eine Ohrfeige für "Dschingis Khan".
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 20,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2007
Verlag: Winning Moves
Autor: Leo Colovini
Genre: Glück
Zubehör:

Spielplan, je 17 Spielsteine in 4 Farben (5x chinesische Krieger, 5x mongolische Reiter, Pest, Heilkraut), 4 Kundschafter (einer pro Farbe), 28 Mauerteile, Spielanleitung

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