The Haunting House

Nach der (verdienten) Vernichtung von Dante's Inferno habe ich das tiefe, innere Bedürfnis, mich wieder mit den Twilight Creations zu versöhnen, und präsentiere hiermit ihr bis dato BESTES Spiel. Das ist ironischerweise nicht das wesentlich bekanntere und sogar preisgekrönte "Zombies!!!", sondern "The Haunting House". Gespielt wie eine Mischung von RoboRally und Das verrückte Labyrinth (die Twilights haben ihre "Denkanstöße" noch nie wirklich kaschiert... Hidden Conflict mischt Memory mit Stratego, Zombies!!! verbrettspielt jeden jemals erfundenen 3D - Shooter) katapultiert es sich in die oberste Liga der Kategorie "Rennspiel". Also anschnallen zum Wettrennen durch das Geisterhaus, denn was kann man an einem langweiligen Freitagabend auch großartig anderes tun, als ein Wettrennen durch das Breitenstein – Anwesen, von dem allgemein angenommen wird, es würde darin spuken. Doch wer an solcherart Dinge glaubt, kann sich gleich vor wahnsinnig gewordenen Toastern fürchten…


Das Spiel:

Zu Beginn des Spieles wird der variable Plan, bestehend aus einem Labyrinth an Fluren, zufällig aufgelegt und die Spieler je nach Stand der Erweiterungen (siehe unten) auf dem Startfeld platziert. Zudem erhält jeder Spieler einen Satz Karten. Von diesen Karten gibt es zwei verschiedene Arten: Weiße Karten und Schwarze Karten. Mit schwarzen Karten werden entweder die Figuren im Haus den Flur entlang bzw. mittels Geheimtür durch eine Wand bewegt, oder die Flure im Haus werden gedreht oder untereinander ausgetauscht. Weiße Karten zeigen zufällige Ereignisse wie z.B. Falltüren.

In jeder Runde gibt es einen Startspieler. Es beginnt mit einer Zufallsrunde, in der alle Karten des Stapels gemischt und von den Gegenspielern vier zufällige Karten gezogen werden. (Man kann natürlich auch einfach die vier obersten Karten aufdecken, was eine – von uns seit Jahren praktizierte - wesentlich unnervigere Variante ist.) Haben alle Spieler vier Karten vor sich liegen, decken alle Spieler zugleich die erste Karte auf, und beginnend beim Startspieler wird jede dieser Karten nacheinander durchgeführt. Danach deckt jeder Spieler die zweite Karte auf, die Spieler führen sie nacheinander aus usw.

Ist diese Runde zu Ende folgt eine Runde, in der jeder Spieler verdeckt vier Karten aussucht und in beliebiger Reihenfolge auslegt, und das mit der einzigen Bedingung, dass keine weißen Karten verwendet werden dürfen. Auch jetzt deckt jeder Spieler die erste Karte auf, führt sie in entspr. Reihenfolge aus, alle Spieler decken die zweite Karte auf usw. Ist auch diese Runde beendet, wechselt der Startspieler nach links. Dieses Spielchen wiederholt sich so lange, bis ein Spieler den Ausgang erreicht hat. Dieser Spieler ist überraschenderweise der Sieger.


Die Serie:

Im Moment gibt es das Grundspiel und zwei Erweiterungen, und mit jeder dieser Erweiterung ist das Spiel ein stück gewachsen:

Das Grundspiel::
Das Haus besteht aus einem Stockwerk aus 6x6 Feldern. Die Spieler betreten das Haus auf einer Seite und müssen es auf der anderen Seite wieder verlassen. Sämtliche Drehungen und Bewegungen kommen alleine aus den Karten der Spieler.

Teil 2 - The Second Story: (1. Erweiterung)
Zunächst einmal hat das Haus nun ein zweites, aus 5x5 Plättchen bestehendes Stockwerk. Die Spieler beginnen nun im Zentrum dieses neuen Stocks, und es gibt nur noch einen Ausgang aus dem Haus. Außerdem gibt es nun Plättchen, die sich um 90° oder 180° drehen, sobald man sie betritt, und eine Partie von Chips, die Geister darstellen. Einige dieser Geister blockieren den Weg, andere nehmen die Spieler auf die Hand und spielen sie irgendwann für sich oder gegen die Mitspieler aus.

Teil 3 - A Ghost Story: (2. Erweiterung)
Das Haus hat nun ein drittes Stockwerk, bestehend aus 4x4 Plättchen. Begonnen wird nach wie vor in Stockwerk 2. Das Spiel hat zudem nun auch noch „Flip“ – Felder: Sobald ein Spieler dieses Feld verlässt und das Feld dadurch leer ist, dreht sich dieses um und kann so lange nicht betreten oder gedreht (wohl aber bewegt) werden, bis der Startspieler wechselt. Die wesentlichste Neuerung von The Haunting House 3 ist aber eine neue weiße Karte. Diese Karte heißt „Now You’re Dead“. Sobald ein Spieler diese Karte zieht und auf einem Feld steht, auf dem ein Geist abgebildet ist, ist er tot. Seine Figur wird durch eine transparente Figur ersetzt, seine Bewegungsregeln ändern sich – er darf nur noch durch Wände ziehen - und hat nun ein anderes Ziel, nämlich das Feld im dritten Stock, das an der gegenüberliegenden Ecke vom Anfangsfeld des Zielfeldes liegt.

Teil 4 - They just dont buld em like they used to!: (3. Erweiterung)
Die vierte und wohl letzte Erweiterung: Kaum hat man das Haus betreten, ist die Ausgangstüre auch schon weg. Logische Konsequenz: Man muss durch den Keller flüchten. Das Problem: Um diesen Ausgang öffnen zu können, muss man den Schlüssel finden, dargestellt durch einen der am Plan verteilten Chips. Zusätzliche Chips enthalten außerdem Monster, die den Spieler ein Stockwerk höher oder tiefer werfen, und einige der Plättchen VERSCHWINDEN, wenn der letzte Spieler sie verlässt. Benachbarte Plättchen rücken zwar nach, aber ein Loch im Labyrinth bleibt bestehen. (Und noch ein kleiner Tipp: Mit dieser Erweiterung sollte die "Now You're Dead" - Karte nur im Erdgeschoß und im Keller gelten. Jemand, der auf einer höheren Ebene zum Geist wird, ist nahezu unbesiegbar.)

Spieletester

14.12.2006

Fazit

Gleich vorweg: Ein gnadenloser Braintwister ist The Haunting House NICHT !!! Natürlich ist ein Mindestmaß an Planung möglich und auch nötig, aber um wirklich bis ins kleinste Detail vorausplanen zu können, passiert viel zu viel Unerwartetes (schon alleine, wenn man die Zufallsrunde bedenkt, deren eiserne Regel vorschreibt, dass eine Bewegung, die möglich ist, auch dann durchgeführt werden muss, wenn sie den Spieler zurückwirft). Dieser Umstand aber ist es, der für das Thema des Spieles unerlässlich ist. Wir sind in einem GEISTERHAUS, und hier sollen sich unerwartete Dinge tun. Da fällt man schon mal durch eine Falltüre und findet sich drei Reihen weiter hinten (oder vielleicht aber auch weiter vorne) wieder. Da dreht sich der Flur vor deiner Nase weg. Nicht mal das Ziel ist heilig: Auch dieser Ausgang bewegt sich (durch weiße Karten) auf wundersame Weise.

Die Konsequenz: Das Spiel ist immer in Bewegung, Leerläufe gibt es schon deshalb kaum, weil die Züge sehr schnell vonstattengehen, aber auch, weil sich der Plan immer wieder ändert. Natürlich nur in einem Maße, dass eine gewisse Planung möglich macht.

Zu den Erweiterungen ist zu sagen: The Haunting House hat mit den Erweiterungen 2 & 3 gehörig gewonnen. Das Grundspiel ist zwar auch ganz nett und für Gelegenheitsspieler zum Antesten wohl auch ausreichend, wäre aber über 5 Punkte kaum hinausgekommen. Einzig mit Erweiterung 4 werde ich nicht warm: Die Suche nach dem Schlüssel ist meiner Ansicht nach genau ein Glücksmoment zuviel, und durch das vierte Stockwerk fühlt sich das Spiel nur unnötig länger, aber nicht besser an. Doch die in den Teilen 2 und 3 enthaltenen Selbstdreher, die Flips, vor allem aber die Disks und die „Now You’re Dead“ – Karte machen The Haunting House zu dem, was es ist: Das Beste, was Twilight Creations bisher gebracht hat. Also, mal abgesehen von meinen heißgeliebten Zombies!!! natürlich...


P.S.: Noch ein Wort zu den nötigen Englischkenntnissen: The Haunting House ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nur in englischer Sprache erhältlich. Doch sehr hohe Kenntnisse verlangt dieses Spiel den Spielern nicht ab: Wer mit „Rotate 90°“, „Move Two Spaces“ oder „Cancel Card“ zurechtkommt oder sich die hauseigene PDF-Übersetzung der Karten und Disks herunterlädt, kann – wenn er jemanden zur Hand hat, der die Anleitung übersetzen kann - dieses Spiel problemlos spielen.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Besucherkommentare

Isa | 06.11.2007

Mittlerweilen gibts die 4. Erweiterung: HH 4 - They just dont buld em like they used to!: Im wohl letzten Teil gehts in den Keller, wo, wenn man den Schlüssel hat, ein extra Ausgang zur Verfügung steht. Dass nebenbei noch Wege zusammenfallen und verschwinden, macht die Sache nicht leichter. Ich finde, eine gelungen Ergänzung.

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Danke für die Erinnerung. Will ich schon ewig ergänzen und denk nicht dran.

LG
Thomas

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 6
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 25,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2004
Genre: Wettlauf
Zubehör:

Grundspiel
60 Karten (10 für jeden Spieler)
6 Spielfiguren
38 Flurplättchen
1 Marker für den Startspieler

1. Erweiterung
25 Flurplättchen
1 Stufenplättchen
15 Disks

2. Erweiterung
16 Flurplättchen
1 Stufenplättchen
6 Halbtransparente Spiefiguren
12 Karten (2 für jeden Mitspieler)

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