Trans Europa

Jetzt ist er da: der Nachfolger von Trans America!

Trans America wurde kurzerhand nach Europa verfrachtet und hat den entsprechenden Titel bekommen. Am Spielablauf selbst hat sich nichts verändert (wen es interessiert: bitte beim Original nachlesen).

Der Spielplan zeigt nun den Großteil von Europa (es fehlen Island, Portugal, der Süden von Griechenland und Teile Skandinaviens (witzigerweise ist auf der Schachtel ein Wegweiser nach Lissabon und Athen zu sehen, obwohl die beiden Städte auf der Karte nicht zu finden und somit nicht zu bereisen sind)) und die entsprechende Geologie mit Gebirgen und Teilungen durch Meere. Neben den Gebirgen und Flüssen sind es die Meere, die Fahrtstrecken teuer machen.

Die Reiseziele sind durch die bekannten Städtekarten vorgegeben. Sehr praktisch fand ich bei Trans America, dass auf den Städtekarten eine Landkarte der USA mit Lage der Stadt vorhanden war. Diese Landkarte gibt es nun nicht mehr, an ihre Stelle traten Sehenswürdigkeiten der Städte. Für meinen Geschmack müssen aber nur all zu oft Kirchen als Attraktion herhalten.
Dass einige Städte in der Landessprache abgedruckt sind ist zwar lehrreich, aber hinderlich: So kennt wohl ein jeder Florenz, bei Firenze kommen die ersten aber schon ins Straucheln.

So sucht man in den ersten Spielen die gesamte Region ab, um eine spezielle Stadt zu finden. Natürlich weiß man ungefähr wo Madrid oder Amsterdam liegen. Und wie sieht es z.B. mit Charkiv aus? (für alle Wissbegierigen: das liegt in der Ukraine, wir nennen es Charkiw)

Welches Wahrzeichen ist auf der Karte für Wien zu sehen? Da wir so eine schöne Kirche (den Stephansdom) haben... nein, der nicht! Na dann wohl das Riesenrad - leider falsch. Ein Fiaker? Weit gefehlt. Die abgebildete Sehenswürdigkeit ist: Das Hundertwasserhaus! Nun ja, ich hätte über dieses Detail am Rande anders entschieden.

Eine Regel wurde aus dem Spiel entfernt, wohl deshalb weil sich nur wenige daran gehalten haben (z.B. die Programmierer der Brettspielwelt): Es wird nun so lange gespielt, bis ein Spieler all seine 13 Punkte verloren hat.

Wie gefällt nun Trans Europa? An sich ist es ein nettes Spiel und Trans America ebenbürtig. Der Spielplan hat allerdings ein kleines Manko: Bei 2 und 3 Spielern ist ein Spieler alleine in Spanien stark gehandicapt, da es bis zur nächsten Stadt ein gutes Stück Weg ist - vor allem wenn Marseilles nicht besetzt ist. Ähnlich geht es einem Spieler alleine bei Oslo bzw. Stockholm.

So dauert eine Partie meist weniger Runden, da höhere Verluste an der Tagesordnung stehen. Vielleicht hätte man mehr Augenmerk auf den Spielplan bzw. die Städteverteilung legen sollen?! So ist der Glücksfaktor sprunghaft angestiegen, die Bedeutung der Taktik sinkt.

Wie angesprochen sind die Korrekturen von Trans America hin zu Trans Europa minimal. Somit hat man die Wahl, welches Spiel man sich zulegt. Wer Trans America bereits besitzt erhält lediglich einen Europaspielplan, alles andere kennt er schon aus dem Vorgänger. Welchen Spielplan man schlussendlich favorisiert liegt im eigenen Ermessen, ich halte den der USA für durchdachter.

Für Fans der ersten Stunde wären neue Features sicher interessant gewesen, so hätte man sich z.B. für die Meeresüberfahrten etwas einfallen lassen können (vergleiche hierzu Zug um Zug Europa). Trotzdem kann man bei Trans Europa keineswegs von einem schlechten Spiel sprechen, aber es war eben schon mal da.

Spieletester

04.10.2005

Fazit

Trans America wurde kurzerhand nach Europa verfrachtet und hat den entsprechenden Titel bekommen. Am Spielablauf selbst hat sich nichts verändert (wen es interessiert: bitte beim Original nachlesen).
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 6
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 25 Minuten
Preis: 18,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2005
Verlag: Winning Moves
Genre: Taktik
Zubehör:

1 Spielplan, 35 Städtekarten, 1 Startspielerkarte, 83 Schienen, 6 Startsteine, 6 Lokomotiven, 1 Anleitung

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