Witchbound

Witchbound entführt euch in eine märchenhafte Fantasywelt, in der ihr als Hexe auf Erkundungsreise geht, den Weg unterschiedlichster Menschen kreuzt, Abenteuer erlebt und mit euren Entscheidungen den Verlauf eurer Geschichte beeinflusst.

Vor mehr als hundert Jahren war die Kesselküste als Insel der Hexen bekannt. Doch seither wurde dort keine Hexe mehr gesehen. Die Magie schien verschwunden, bis ein junges Mädchen auftauchte, um den Verlauf der Geschichte zu verändern…
Wir schlüpfen in die Rolle der jungen Abenteurerin Reni. Unfreiwillig zur Hexe auserkoren, steckt sie plötzlich auf der Insel fest und kann sie nicht mehr verlassen. Gemeinsam mit unserer leicht grummeligen Katze erkunden wir die Geheimnisse der Kesselküste und wandern auf den Spuren unserer Vorfahren. 

Einmal Hexe sein - aber wie?

In Witchbound gibt es kein klassisches Spielbrett. Stattdessen verwenden wir eine Kombination aus Ortsbuch, Eintragsbuch und Spielerbogen, auf dem wir alle wichtigen Informationen eintragen. Es handelt sich um ein Solo-Abenteuerspiel, das stark an ältere Videospiele oder Point-and-Click-Adventures erinnert. Da es vorrangig ums Storytelling und Erkunden geht, kann man es aber auch problemlos gemeinsam spielen, wenn man sich beim Vorlesen abwechselt und Entscheidungen zusammen trifft. 

Man kann sofort ins Abenteuer eintauchen, ohne vorher ein seitenlanges Regelheft durchzupauken, denn die Regeln werden im Zuge des Spiels nach und nach erklärt. Das Regelheft dient daher eher als Nachschlagewerk, um die Erinnerung noch einmal aufzufrischen.

Der Kern des Spiels besteht darin, Orte zu erkunden und dort mit Personen, Kreaturen oder Gegenständen zu interagieren, um erhaltene Aufgaben abzuschließen. Das Spiel hält zwölf Hauptaufgaben und unzählige Nebenaufgaben bereit. Die Nebenaufgaben sind prinzipiell optional und nicht zwingend erforderlich, um die Hauptstory voranzutreiben. Aber sie können hilfreich sein, um bestimmte Fähigkeiten, Gegenstände und Informationen zu erhalten. Außerdem machen sie einen großen Reiz des Spiels aus, denn wer nutzt nicht gerne seine Hexenfähigkeiten, um anderen Menschen zu helfen?

Kreaturen ein Liedchen trällern oder sie doch lieber mit Licht verjagen? 

Im Laufe des Spiels erhält man immer mehr Aktionsmöglichkeiten zur Erforschung der Insel. Außerdem gibt es verschiedene Themen, über die man mit den Bewohnern der Kesselküste plaudern kann. Denn natürlich macht es einen Unterschied, ob man ihnen von seinen Hexenfähigkeiten erzählt, einfach nur Neuigkeiten mit ihnen austauscht oder etwas bei ihnen kaufen möchte. Es ist außerdem wichtig, mit Bedacht zu wählen, wie man mit bestimmten Gegenständen interagiert. Denn ob es klug ist eine mystische Urne mit Steinen zu bewerfen? 
Dabei ist es jedoch essenziell unterschiedliche Möglichkeiten auszuprobieren, um voranzukommen, selbst wenn man dabei manchmal etwas um die Ecke denken muss. Ohne viel spoilern zu wollen - Omis Muffins sind ein wahres Wundermittel auf der Kesselküste.
Ein scharfes Auge ist ebenfalls wichtig, denn oft sind Geheimnisse gut im Dickicht verborgen und werden erst bei näherem Betrachten sichtbar.

Bleibt nur noch die Frage: Wird es Reni gelingen, die Geheimnisse ihrer Vorfahren aufzudecken und einen Weg zu finden, die Insel zu verlassen und zu ihren Eltern zurückzukehren?

Spieletester

Fazit

Es hat etwas gedauert, bis ich mit dem Spiel warm geworden bin und mich an den Mechanismus gewöhnt habe. Anfangs hat man noch sehr wenige Möglichkeiten etwas zu tun, weshalb sich der Beginn etwas langatmig anfühlt. Doch nach ein bis zwei Kapiteln ist das vergessen. Letztlich hat mich das Spiel voll und ganz in seinen Bann gezogen, sodass ich mehrere Stunden am Stück gespielt habe und gar nicht aufhören wollte, weil ich unbedingt wissen musste, wie Renis Abenteuer weitergeht. 
Manchmal ist es aber ganz schön knifflig herauszufinden, welche Fragen oder Gegenstände man an welchem Ort zur richtigen Zeit einsetzen muss, um in der Story voranzukommen. Das erfordert viel Geduld, Ausprobieren, Herumblättern, Suchen und Um-die-Ecke-Denken. Kommt man einmal gar nicht weiter, bietet Board Game Circus online aber ausreichend Hilfe, um nicht völlig zu verzweifeln.
Die Welt ist optisch sehr hübsch illustriert und die Story liebevoll durchdacht. Mit dem enthaltenen Stickerbogen kann man sogar das Aussehen von Reni und das ihres Begleiters frei gestalten. 
Eine Speichermöglichkeit zwischendurch ist zwar gegeben, aber lässt man längere Zeit zwischen den Partien vergehen, ist es schwierig, wieder in die Geschichte hineinzufinden. Dann sollte man sich noch genauere Notizen darüber machen, wo man gerade war und was man vorhatte, um nicht durcheinanderzukommen.

Ein Abenteuer, das sich Zeit lässt

Auch wenn das Spiel an frühere Abenteuer-Videospiele erinnert, darf man sich nicht zu viel Action oder komplizierte Kämpfe erwarten. Zwar gibt es Begegnungen mit verschiedenen Kreaturen, aber diese sind meist mit einem Würfelwurf abgehandelt. 
Wer also gerne längere Texte liest und Lust darauf hat, in eine wunderschöne, magische Welt einzutauchen und sich von der Geschichte verzaubern zu lassen, für den ist Witchbound eine ganz klare Empfehlung.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • bezaubernde und fesselnde Story
  • Texte und Bilder sehr atmosphärisch
  • viele liebevolle Details auf der Homepage (z.B. Rezept für Omis Muffins oder Malbuch)
  • Hilfeseite und Discord-Server für Fragen vorhanden
  • beigelegter Stickerbogen für individuelle Gestaltung der Charaktere
  • 25+ Stunden Spielzeit

Minus

  • nicht immer ganz nachvollziehbar wie man weiter kommt
  • manchmal viel Geduld und Knobelei nötig 
  • Spielbögen mit Bleistift nicht gut beschreibbar 

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 20 bis 90 Minuten
Preis: 45,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2026
Grafiker: Thatcher Cohen
Zubehör:

1 Eintragsbuch

1 Ortsbuch

4 Spielbogen

1 Spielanleitung

36 Karten

2 Bogen mit Aufklebern

2 Landkarten

6 Würfel

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