Gretchens Garten

Gretchen hat einen Garten.
Edith auch.
Gretchen hat viele Sukkulenten.
Edith hat Paradeiser und Chillie.

Gretchen hat nicht nur einen Garten sondern auch einen kleinen Shop, eben Gretchens Lädchen.
Dort bietet sie drei Sukkulenten und drei mehr oder weniger dazu passende Töpfe an. Was wir kaufen bezahlen mit einem bis drei Blättern vom Geldbaum. Auch in der ersten Runde ist das durch unsere Grundausstattung schon möglich. Eine gekaufte Pflanze muss sofort in einen leeren Topf gepflanzt werden. Kauft man einen leeren Topf so reiht sich dieser in die Sammlung ein. Dazu schiebt man den einen der beiden Starttöpfe nach außen und setzt den neuen Topf in die Lücke. Saß im Starttopf eine Pflanze, dann wandert diese nicht mit nach außen sondern springt in den neuen Topf. Das ist für das Spiel wichtig, dem Gärtner kommt es seltsam vor.

Gelbe Pflanze im gelben Topf --> gelbe Blüte möglich

Habe ich keine Blätter am Geldbaum oder hat ein Mitspieler eine für mich brauchbare Sukkulente, dann darf ich als Aktion einen Steckling schneiden und bei mit anpflanzen. Die beschnittene Pflanze verliert damit ein Blatt, bekommt aber einen Wassertropfen in den Topf. Töpfe können Wasser speichern, ist der Wasserspeicher voll werden daraus in der Wachstumsphase Blätter. JEdes Blatt bringt einen Siegpunkt. Kleine Töpfe erlauben aber nur wenige Blätter an der Pflanze. Speziell wenn das Blattlimit erreicht ist möchte man daher gerne die Pflanze zum Blühen bringen. Das gelingt aber nur bei Farbgleichheit von Pflanze und Topf. Und: es gibt für jede der sechs Farben nur eine Blüte, sie bringt sieben Punkte. Die Pflanze ist danach quasi bis zum Spielende versteinert. Wie der Haustierstein, der während der Partie überhaupt nicht wächst.

Die Farbgleichheit zwischen Pflanze und Topf kann auch durch die Aktion Pflegen mit umtopfen und gießen hergestellt werden. Cool, wenn man zwei nicht passende Pflanzen in dann zwei passende Töpfe tauschen kann. Dieses Farbgleichheit bringt zwar keine Zusatzpunkte, aber die Pflanzen haben dann die Lizenz zum Blühen.

Manche Pflanzen bringen auch Sonderfähigkeiten mit in die Sammlung. Das gefleckte Dickblatt bringt Punkte entsprechend seiner Entfernung zum Geldbaum. Die Ampel-Fetthenne bringt Punkte entsprechend der verschiedenen Farben der eigenen Sammlung. Die gelbe Echeverie bringt pro Stück fünf Punkte bei Echeverien-Mehrheit, sonst je zwei Punkte. Insgesamt gibt es zwölf verschiedene Sukkulenten, in zwei Sets gruppiert. Nach der ersten Partie mit Set A kann man durchaus die Sets auch nach Vorgabe gemischt verwenden.

Woher kommt das Wasser?

Jede der zwölf Runden bringt eine Wetterkarte einen bis vier Tropfen Wasser. Wie viele es sind weiß man, auch die Wassermenge für die nächste Runde ist bekannt. Der Wasserhaushalt kann damit gut geplant werden. Tropfen, die aktuell in den Töpfen keinen Platz finden, wandern in die Gießkanne mit unendlichem Fassungsvermögen. Das ist praktisch, in Ediths Garten sind die Gießkann mit acht Litern besonders beliebt, die Regentonnen fassen 300 Liter.
Immer wenn ich die Pflanzen pflege, bekomme ich zusätzliche zwei Tropfen in die Gießkanne.
Die Wetterkarten steuern das Spielende. 
Wetter aus, Spiel aus.

Spieletester

Fazit

So einfach wie es uns Lookout vorgaukelt ist das Sammeln von Sukkulenten auch wieder nicht. 
Der blühende Spaß für die ganze Familie endet spätestens dann, wenn die fix eingeplante rote Blüte auf einmal in einer anderen Sammlung strahlt. 
Das Thema ist wirklich nett, die Abläufe haken aber ein wenig, speziell die oben bereits erwähnte sprunghafte Bepflanzung eines neuen Topfs, wenn im verschobenen Starttopf eine Pflanze sitzt. Auch die Illustrationen der Töpfe sind etwas schräg.
Pflanzen, die aus einem Radio, Koffer oder Telefon sprießen, spießen etwas.

Es gibt im Spiel immer ausreichend Optionen um stets einen produktiven Zug zu machen.
Das hat auch zur Folge dass die Endergebnisse recht knapp beisammen liegen.
Eine Partie endete mit 59, 62, 65 und 69 Punkten.
Die nächste mit 71, 74, 74 und 74 Punkten.
Damit lässt sich anschließend trefflich analysieren, wo die paar Punkte verloren oder eben nicht gemacht wurden. 
Das erinnert an die Frage der Reporter nach verlorenem Schirennen: "Wo haben sie die vier Hundertstel liegen gelassen?"

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • nettes Thema
  • kompakte Schachtel
  • gute Spielanleitung
  • prinzipiell einfacher Zugang und Einstieg
  • zwechmäßig gestaltet

Minus

  • seltsame Illustrationen
  • keine Punkte für Farbgleichheit Topf und Pflanze

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 bis 60 Minuten
Preis: 32,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2026
Zubehör:

1 Spielplan (Gretchens Laden)
4 Spielertableaus (der Geldbaum)
8 Starttöpfe
8 Spielerübersichten
4 Gießkannen
36 A-Sukkulenten
36 B-Sukkulenten
6 Sonderkarten
24 Töpfe
12 Wetterkarten
1 Beiblatt mit Pflanzenerklärungen
1 Spielanleitung

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7967 Gesellschaftsspiele-,
1678 Videospielrezensionen
2330 Berichte.