Geduld muss man haben! Das hat sich hiermit wieder mal bewiesen.
In den letzten Jahren kamen immer wieder Mini-Erweiterungen für
Carcassonne auf den Markt. Obwohl in ausreichenden Stückzahlen produziert wurde (man sieht immer wieder Berge von Restposten in Läden stehen), erreichten die kleinen, würfeligen Boxen bei Auktionen oftmals das 10-fache des Ladenwertes. Kein Wunder, dass viele von einem solchen Kauf Abstand nahmen. All jenen kann nun geholfen werden: mit der 6. großen Erweiterung namens
Graf, König und Konsorten. Sie enthält die bereits erschienenen Minierweiterungen. Und natürlich etwas Neues.
In der Box finden sich mehrere Stanzbögen mit Plättchen und eine Holzfigur. Bei der Holzfigur handelt es sich um den
Graf von Carcassonne. Natürlich finden sich unter den Plättchen all jene, die der Graf für sein geschäftiges Treiben benötigt. Sie erinnern sich noch an den Grafen? Das Startplättchen wird durch 12 Kärtchen ersetzt, die eine geschlossene Stadt bilden. Der Graf besucht stets ein anderes Viertel, wenn eine Spieler eine Wertung auslöst, bei der er selbst keine Punkte erhält. Gleichzeitig darf dieser Spieler einen Gefolgsmann in ein Stadtviertel von Carcassonne stellen. Bevor die Wertung durchgeführt wird, dürfen Figuren aus Carcassonne in das abgeschlossene Gebiet gebracht werden – außer in ihrem Viertel ist gerade der Graf zu Gast.
So weit blieb der Graf also unverändert, abgesehen von einer verbesserten Nummerierung der Plättchenrückseiten und Winzigkeiten in der Anleitung. Etwas Wichtiges wird neuerdings jedoch verschwiegen: kombiniert man den Graf mit
Carcassonne – Der Fluss, muss die Quelle so angelegt werden, dass der Fluss von der Stadt wegführt. Dieses Wissen ist sehr von Nutzen, wenn man den nächsten Teil dieser Erweiterung mit dem Grafen kombiniert:
Der Fluss II.
Der Fluss II ist über Teilstrecken ident mit
Der Fluss. Manche Plättchen haben eine geringe Umarbeitung bzw. Variation erfahren, um den neueren Erweiterungen Tribut zu zollen (z.B. ein Vulkan für das Zusammenspiel mit der Erweiterung
Burgfräulein und Drache). Zur Mini-Ausgabe des
Fluss II konnten wir keine Veränderungen feststellen. Wie immer beim Fluss beginnt alles mit der Quelle. Anschließend zieht man reihum Flussplättchen und verlängert damit den Flusslauf. Auch auf diese Plättchen (sie zeigen neben dem Flusslauf auch Städte, Straßen und Klöster) dürfen bereits Gefolgsleute gesetzt werden.
Ebenfalls unverändert blieben die Rollen und Geländeplättchen von
König u. Raubritter, das als
König und Späher (gemeinsam mit Plättchen für
Jäger und Sammler) im Handel erhältlich war. Wer im Spielverlauf die größte Stadt abschließt, erhält die Rolle des Königs – sie bringt am Spielende für jede Stadt in der Auslage einen Punkt. Analog dazu der Raubritter: Wer die längste Straße abschließt, hält ihn in Händen und kassiert am Schluss pro Straße einen Punkt.
So weit ist die Sache vielen bekannt. Wo bleibt also der Anreiz für all jene, die schon all die Minierweiterungen besitzen? Natürlich hat man dies verlagsseitig erkannt und für einen "Will-haben"–Effekt gesorgt: Neu sind
Die Kultstätten (diese liegen auch dem "Hans im Glück-Almanach" der
Spielbox bei). Kultstätten bieten den Widerpart für all jene, die ungläubig sind und nicht ins Kloster gehen wollen. Entsprechend nennt man die dort eingesetzten Gefolgsmänner „Ketzer“. Die Kultstätten funktionieren im Prinzip wie Klöster, allerdings gibt es eine Besonderheit wenn Kloster und Kultstätte direkt benachbart errichtet und besetzt werden: Nur wer zuerst sein Bauwerk vollständig umbauen konnte bekommt neun Punkte, die andere Figur geht leer aus.