DUMBO 2019

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Bernhard Vogl
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DUMBO 2019

Beitragvon Bernhard Vogl » Montag 15. April 2019, 20:04

Disney arbeitet zurzeit fleißig an Neuauflagen und Nachfolge-Filmen zu alten Stücken aus Disney's Schatztruhe:

Der neue „Mary Poppins Rückkehr” ist ein wunderbarer Film, der eine völlig neue Handlung hat und dennoch kann man in (fast) jeder Szene ganz klar die Parallelen zum ersten Mary Poppins Film erkennen. Außerdem ist die Musik auch im neuen Mary Poppins Film von 2018 immer noch in der gewohnten Disney-Qualität wie in den alten Zeiten.

Auch die Neuverfilmung von „Die Schöne und das Biest” gefällt mir gut.

Und dann kam der neue DUMBO.

Der ALTE Dumbo-Film aus den 50er Jahren ist zwar im mittleren Teil, wo Dumbo von seiner Mutter getrennt ist, ziemlich traurig - aber davor und danach ist er fröhlich, lustig und vermittelt sowohl optisch als auch musikalisch gute Zirkus-Stimmung. Schon das 1. Lied „Casey Junior” (so heißt die humanoide Dampflokomotive, die den Zirkuszug zieht) ist in der alten Original-Fassung ein musikalisches Meisterwerk, und auch das Lied am Ende „Wie ein Elefant fliegt” finde ich wunderschön. Weiters haben auch die Arbeiter, die den Zirkus aufbauen, dabei einen fröhlichen Gesang auf den Lippen. Einzig das Stück „Mein liebes Kind”, das zu dem bereits erwähnten traurigen Teil gehört, ist natürlich entsprechend rührend. So war es beim ALTEN Dumbo-Film von damals - der übrigens, obwohl aus den frühen 1950er Jahren stammend, sehr farbenfroh ist.

Wer sich nun auch vom NEUEN DUMBO einen fröhlichen, geschweige denn lustigen, Film erwartet, dem kann ich diesen nicht empfehlen. Auch wer einen farbenfrohen Film erwartet, wird enttäuscht sein.

Und auch wer bei Disney automatisch an einen Musikfilm denkt, wird beim NEUEN DUMBO eines besseren belehrt:

Es gibt nämlich darin keine gesungene Musik (einzige Ausnahme: In einer Szene wird das Lied „Mein liebes Kind” in einer neuen Fassung kurz angesungen). Alle andere Musik ist nur instrumental - wobei die Klassiker wie z. B. am Beginn der Casey Junior - Song im neuen Film nicht nur ohne Text sind, sondern auch nur kurz angedeutet werden, ebenso die Musik zu den „Rosa Elefanten”. Der größte Teil der Spielzeit dieser Neuauflage ist ohnehin völlig ohne jede Musik. Wenn man da an die Musik des ALTEN „Dumbo” denkt, tut das schon ein bisschen weh.

Was die HANDLUNG dieses neuen Werks aus dem Hause Disney betrifft, haben die Drehbuchautoren offenbar mit der Zielsetzung „Wie mache ich den Film inhaltlich so traurig wie nur irgendwie möglich?” gearbeitet und scheinen immer wieder überlegt zu haben, wie man das ganze noch trister machen könnte. Der Neue Film führt auch dutzende neue Menschen-Charaktere ein, wobei der Anfang des Films 2 Kinder zeigt, deren Mutter gestorben ist, während der Vater dieser Kinder im Krieg war und aus diesem mit nur 1 Arm zurückkommt. Denn der andere Arm wurde ihm im Krieg abgetrennt. Und das ist erst der Anfang von dem ganzen Trauerspiel.

In der 2. Hälfte wird der Film dann zum Krimi. Dadurch ist er immerhin spannend und es gibt in diesem Teil einige Lichtblicke, wenn die tapfer kämpfenden Heldinnen und Helden kleine und auch große Erfolge erreichen.

Aufwendige optische Effekte hat der Film (der im Kino in 3D gezeigt wird) durchaus zu bieten, auch wenn er (passend zur Handlung) alles andere als farbenfroh ist (Teile davon hätten eigentlich auch gut in Schwarz-Weiß gedreht werden können). Für's Auge wird dennoch einiges geboten.

Die fast völlig fehlende Musik (wie bereits beschrieben, gibt es außer einer ganz kurzen gesungenen Szene nur instrumentale Musik, und auch das nur während einem Bruchteil des neuen Films) und vor allem auch die übertrieben traurige Handlung wird dadurch aber nicht im geringsten ausgeglichen.

Schade.

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