Gothic 4: Arcania
Feshyr ist ein nettes kleines fleckchen Erde. Die Leute sind nett, das Land ist reich an Nahrung, den Menschen geht es gut - und Sie als namenloser Hirte liegen auf der Weide und hüten Schafe. Ein Traum von einem Leben...wären da nicht die Armeen Rhobars III., die plötzlich in Ihr Dorf einfallen und alles zerstören, was ihnen in die Quere kommt. Durch Zufall überleben Sie diesen Überfall und schwören Rache am anscheinend bösartigen König. Ihr alter Freund Diego (bereits bekannt aus den vorigen Gothic Teilen) gibt Ihnen den Tipp, nach Argaan zu reisen und dort nach einem verschwundenen Kloster zu suchen, dass ein Artefakt von unglaublicher Macht beherbergen soll...und ehe man sich versieht, ist man schon in die Geschichte von Gothic 4 gerutscht.
Zugegeben - die Story ist nicht das gelbe vom Ei, aber wenn man genau aufpasst, kommen immer wieder recht witzige Dialoge zustande, trotz eigentlich düsteren Szenarios.
Leider sind die Unterhaltungen ansich weniger unterhaltsam: Obwohl sie sehr gut gesprochen wurden, bleiben die Charaktere emotionslos in ihrer Mimik, was die Gespräche sehr eigenartig macht. Außerdem kommt es häufig zu Wortwiederholungen, vor allem in Questdialogen, was auf Dauer etwas störend wirkt.
Ein großes Plus für Einsteiger ist, dass das Levelsystem stark vereinfacht wurde. Man hat nun jederzeit die Auswahl, welche Fähigkeit nun gestärkt werden soll, ohne sich einen anderen Zweig zu versperren (Beispielsweise kann ein Nahkämpfer auch Zaubersprüche beherrschen oder ein Bogenschütze schwere Rüstungen und Nahkampfwaffen benutzen). Weiters bekommt man immer wieder im Spiel drei Rüstungen (leichte- sowie schwere Rüstungen und Magierroben) zur Auswahl, die man im Schlimmsten Fall später bei Händlern noch einmal kaufen kann.
Grafisch ist das neue Gothic durchaus sehenswert - die nötige Hardware vorrausgesetzt. Denn wer dieses Spiel auf maximalen Details spielen will, braucht doch einen Computer der höheren Durchschnittsklasse. Allerdings ist Gothic auch auf niedrigeren Einstellungen ganz akzeptabel anzusehen, zum Beispiel der Blick von den Festungsmauern der Stadt Stewark auf die Landschaft, begleitet von einer sehr angenehmen Musik, die schon fast zu Tagträumereien einlädt. Wenn man allerdings in Argaan unterwegs ist, kommt man sich des Öfteren sehr einsam vor, weil außer sich zum Teil wiederholenden Gegnertypen sonst niemand umherstreift. Sollte man außerdem alle sichtbaren Quests einer Gegend gelöst haben, erscheinen keine neuen mehr, was das Abenteuer zwangsläufig in Richtung weiterspielen führt.
Die Steuerung in Gothic ist ebenfalls sehr simpel gehalten und wird Anfangs in immer wieder aufscheinenden Infofenstern erklärt, sodass man sich schnell daran gewöhnen kann.
Fazit:
Gothic ist für Einsteiger ein guter Grund, mit Rollenspielen zu beginnen (trotz etwas lahmer Story). Gothic Veteranen werden sich freuen, altbekannte Gesichter wie Diego und Gorn wiederzusehen. Fortgeschrittene Rollenspieler werden sich vielleicht etwas langweilen, aber das ist kein Grund, Gothic als "schlecht" abzustempeln, sondern trotzdem einen Blick zu wagen, denn es gibt in Argaan viel zu entdecken. Wenn man sich also bei einem der genannten Gründe angesprochen fühlt, kann man bei Gothic ohne Bedenken zugreifen.
Weitere Links:
http://www.jowood.com
http://www.arcania-game.com
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