Zoch ist in Partylaune
Einen ganzen Wurmarsch voller Partyspiele bringt der etwas andere Spieleverlag Zoch dieses Jahr auf den Markt.
Die etwas derbe Wortwahl sei bei dem Verlag mit dem kackenden Getier (beispielsweise Zicke Zacke Hühnerkacke, Zicke Zacke Entenkacke, Zicke Zacke Igelkacke, Kackel Dackel, Flinke Stinker) erlaubt. Doch der Verlag besticht nicht nur mit außergewöhnlichen Titeln (sowohl wörtlich, als auch produktmäßig), sondern vor allem durch seine hochwertigen Ausfertigungen und originell ausgearbeiteten Mechanismen. Dieses Jahr begeistern gleich zwei ebendieser den Spieler. Aber auch mit mistmachendem Kleinvieh bringt der Verlag die Spielerherzen zum höher schlagen.
Apropos Herzen: Hand aufs Herz, wann hast Du das letzte Mal mit Freunden wirklich ehrlich geredet? Oder einfach nur dumme Fragen gestellt? Taugt die Klobrille als Sehhilfe? Oder ist der Bundespräsident Schwarzer? Haben alle Mitspieler ihre Schuhe an? Einfach scheinende Fragen müssen wortlos, aber schnell gegeben werden: Linke Hand heißt „nein“, rechte Hand heißt „ja“. Wer zuerst mit der richtigen Hand auf das knuffig weiche Herz auf der Tischmitte schlägt – und recht hat – bekommt Punkte.
Statt mit ihnen aufs Herz zu schlagen gilt es sie in die Höhe zu strecken, die Flossen. Und zwar bei Flossen hoch. Ein einfaches Familienspiel, das mit einem neuartigen Mechanismus fasziniert: Im Meer schwimmen die buntesten Fische. Alle sind verschieden lang, haben eine unterschiedliche Farbe oder sind – oh Schreck – schon ganz abgenagt und der lachende Fischkopf ziert nur noch das Gerippe. Sie alle schwimmen im Meer, ihre Köpfe ragen aus selbigem hervor und blinken und glitzern wie ein echter Fischschwarm, wenn sie auf dem tiefen Spielbrett hin und her schwanken. Rund um das Meer watscheln Pinguine (einer je Spieler) und wollen natürlich die größten Fische erbeuten. Schließlich sind sie hungrig. Die ausgewürfelte Farbe gibt den Fisch an, der gefuttert werden darf. Erwischt ein Spieler einen Fisch dieser Farbe, darf er um dessen Länge weiter ziehen. Die Kombination aus Glück, Konzentration, Gedächtnis und Mechanismusfaszination machen das Spiel zu einem Familien-Must-Have.
Mit einem interessanten Mechanismus wurde auch der Wurm Streifen Toni ausgestattet. Gemeinsam mit seinen 4 Freunden will auch er futtern, um zu wachsen. Dazu hat jeder Spieler drei Handkarten mit verschieden langen Wurmteilen. Auch in der Mitte liegen sechs dieser Karten verdeckt aus. Ist ein Spieler an der Reihe, legt er eine seiner Handkarten verdeckt ab und nimmt sich eine aus der Auslage. So kann er sich für die nächste Runde ein langes Wurmstück bereitlegen. Entdecken die Mitspieler aber, dass er das immer wieder tut, werden sie seine abgelegte Karte stibitzen. Daher gilt es im rechten Augenblick zu bluffen und auch mal nur einen kurzen Wurmteil abzulegen. Ein wirklich nettes Bluff-Mitbring-Spiel.
Riff Raff ist – im wahrsten Sinn des Wortes – das diesjährige Flaggschiff des Zoch Verlages. Durch seine kardanische Aufhängung schwingt es einem echten Schiff gleich auf allen Achsen hoch über dem Spielekarton. Bei dem Geschicklichkeitsspiel für die ganze Familie geht es darum, all seine Bauteile auf dem Schiff unterzubringen, ohne dass diese über Bord gehen.
Weiters bringt der Verlag eine Erweiterung von Geistesblitz, die aber auch ein Stand-Alone-Spiel ist, um in der verwendeten Terminologie zu bleiben. Denn das kleine Mitbringmachwerk nennt sich Geistesblitz 2.0 und kommt mit einem verwöhnten, weiblichen Geist in der Badewanne.
Auch das Boule Spiel, das in seiner weichen Variante von Zoch vertrieben wird und Cross Boule heißt, wird um drei neue Designs mit den Themen Desert (Wüste), Mountain (Berge) und Space (Weltall) erweitert. Damit stehen den Spielern insgesamt sechs Sets zur Verfügung, was einen Wurfspaß für bis zu 12 Spieler ermöglicht.
Alles in allem kann man im Handel mit Zoch reiche Beute machen und das eigene Spielregal um einige zukünftige Klassiker anreichern.
Achja – apropos Klassiker: Die Hamsterrolle ist zurück. Damit hat Zoch das Rad nicht neu erfunden, aber zumindest neu aufgelegt. Und das heißen wir sehr gut!
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