Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, das Fest kommt bald, so wirds ein Traum...
Oh du fröhliche-e-e-e, oh du selige-e-e-e lala la la la... gut, ich geb ja eh schon Ruh. Ohnehin sind die diesjährigen Weihnachtswünsche der Spieletest Redaktion viel interessanter, als mein musikalischer Katzenjammer es je sein könnte. Deshalb ohne Umschweife zu den diesjährigen Spiel-Highlights für den Gabentisch (und bitte nicht reinbeißen; sie sehen zwar äußerst lecker aus, unsere diesjährigen Vorschläge, aber sie sind doch spielerisch viel bekömmlicher :-) )...
Benjamin Nobben gen. Kemper: Modern Art von Pegasus und Die goldene Stadt von Kosmos
Bei Modern Art, einer Neuauflage des 1993 prämierten Spiels von Reiner Knizia, versuchen die Spieler als Kunsthändler gewieft das meiste Geld aus verschiedenen Auktionen herauszuholen. Es ist daher ein schnelles Bluff- und Bietspiel, welches heute, im Jahre 2009, fantastisch aussieht und durch seinen variantenreichen Mechanismus immer wieder zu einer Revanche einlädt.
Die goldene Stadt hingegen läd Abenteurer aus aller Welt ein, eine ferne Insel mit Handelshäusern zu überziehen und sich durch geschickte Planung und Flexibilität als gefragtester Händler zu beweisen. Durch einen ausgeklügelten Spielablauf entstehen bei diesem strategischen Familienspiel keinerlei Pausen, wobei trotzdem taktische Tiefe gewährleistet wird. Überdies ist die Aufmachung hervorragend gelungen, kurzum: Eines der besonderen Spiele 2009, welches noch häufig auf den Tisch kommen wird!
Christoph Ledinger: Valdora von Abacus und Bombay von Ystari
In Valdora sind wir als Handwerker tätig, die im Hinterland Silber und Edelsteine sammeln können. Außerdem müssen wir in die Städte, um Ausrüstung zu kaufen und Aufträge zu erhalten. Mit unseren gesammelten Materialien ziehen wir zu den Reichen, um die Aufträge zu erledigen - was selbstverständlich eine Belohnung bringt. Sehr hübsch gestaltet ist an diesem Spiel das Auftragsbuch. Ein Holzteil lässt die Karten so auffächern und blättern, als wäre es wirklich ein Buch!
Bei Bombay reisen die Spieler hingegen als Händler durch Indien. Man besucht das Hinterland, um Rohstoffe zu bekommen. Diese transportiert man in die Städte, um sie gewinnbringend zu verkaufen. Das man sich zwischendurch selbst ein Denkmal setzt und Paläste errichtet, versteht sich wohl von selbst! Transportmittel sind in diesem Fall übrigens Elefanten. Die detailreichen Figuren alleine sind schon einen näheren Blick aufs Spiel wert!
Dagmar Weiss: Take it to the limit! und Take it higher! von Burley Games
Ich habe Take it to the Limit! schon recht oft gespielt, aber besitze es nicht. Man muss versuchen durchgehend einfarbige Linien auf seinem Spielbrett zu legen. Das heißt, jeder Spieler spielt für sich selbst. Die Karten sind sechseckig und besitzen 3 unterschiedlich färbige Linien die sich kreuzen. Das Spiel ist schwieriger als man denkt. Mir gefällt es einfach gut, weil man immer vor der kniffeligen Frage steht, wo man sein nächstes gezogenes Plättchen hinlegt bzw. welche einfärbige Linie man opfern muss. Toll ist auch, dass man es problemlos alleine spielen kann.
Das Nachfolgespiel Take it higher! hat wieder einen Mechanismus mehr eingebaut. Ich weiß jetzt nicht, ob es das gleiche wie Take it to the Limit! ist und die Rockets extra hat oder eigens zu spielen ist, aber ich mags einfach schon jetzt.
Bernhard Tischler: Aargh!Tect von Heidelberger und Mein Name ist Hase/Elch von Czech Games
Juchuu... endlich muss man nicht mehr in die Klappse um sich mit ’ner riesigen Keule vermöbeln zu lassen, nein jetzt darf man das auch ganz legal bei Aargh!Tect machen. Ist aber auch klar, wenn die anderen Spieler partout nicht kapieren wollen, was das Gezappel mit den Händen bedeuten soll und immer was Falsches mit den Blöcken zusammenbauen, als ich ihnen zu verklickern versuche. Kollege Ledi hat meine Verwandlung zum Steinzeit-Baumeister zwar mit Entsetzen mitverfolgt, meine Argumente für dieses Spiel brachten ihn, dank der dem Spiel beigelegten aufblasbaren Plastikkeule, dann aber doch zur Vernunft ugaugaugaugugugu :-D.
Na und wenn jeder hier ein zweites Spiel nominiert, dann muss ich doch glatt Mein Name ist Elch dazunehmen, das ich beim diesjährigen Wiener Spielefest gemeinsam mit Kollege Ledi probespielen durfte. Das Spiel selbst ist ein tierisches Nachahmspiel mit viel Hektik versetzt und einem Riesenschuss Irrsinn nachgewürzt. Offen gesagt kann ich es gar nicht erwarten das Spiel mal in einer Runde mit mehreren Personen auszuprobieren, die genauso wie ich ein schräges Spiel zu schätzen wissen und somit kein Problem damit haben, sich selbst mal zum Affen, pardon Elch in diesem Fall, zu machen :-)!
Erwin Ponsold: Werwölfe - Die Gemeinde von Asmodee
Ich freue mich auch schon auf Werwölfe - Die Gemeinde. Habs bei der Spielemesse ausprobiert und die neuen Berufe machen das Spiel wieder abwechslungsreicher und spannender!
Die neuen Charaktere finde ich zwar weniger toll, aber die muss man ja nicht unbedingt ins Spiel aufnehmen!
Petra Grote: Im Wandel der Zeiten: Das Würfelspiel - Bronzezeit von Pegasus und Dungeon Lords von Czech Games
Im Wandel der Zeiten: Das Würfelspiel - Bronzezeit ist - wie könnte es anders sein - ein Würfelspiel und daher mit Glücksmomenten... aber trotzdem muss man taktisch vorgehen. Den absoluten Pechwurf gibt es dabei nicht, mann muss einfach versuchen das Beste aus dem bestehenden Würfelwurf machen.
Was Dungeon Lords angeht, so ist es einfach spitze einmal auf der "bösen" Seite im Dungeon zu stehen. Den Dungeon aufbauen, seine Schergen anheuern und mit ihnen sein Reich vor den Helden des Landes zu beschützen, die einen partout nicht in Ruhe lassen wollen, das muss einfach gefallen. Außerdem sind die Goblins - so heißen die kleinen Viecher - so niedlich...
Ralf Schallert: Richard III - The Wars of the Roses von Columbia Games
Richard III - The Wars of the Roses von Columbia Games versetzt uns zurück ins mittelalterliche England, in die Zeiten der Rosenkriege. Ein reines Zwei-Personen-Spiel ganz im Stile des bekannten "Hammer of Scots", welches die Beziehungen und Fehden zwischen den Häusern Lancaster und York thematisiert. Das Spielprinzip mit verdeckten Holzklötzchen und Aktionskarten ähnelt der "Commands and Colors" Serie oder - auf einen ganz einfachen Level gebracht - "Stratego". Die Spieldauer liegt allerdings mit rund zwei Stunden schon im deutlich anspruchsvolleren Bereich.
Stefan Schwiedland: Dungeon Lords von Czech Games und Savage World’s Gentlemans Edition von Prometheus Games
Wie komme ich an meine Lizenz zur Verwaltung eines Dungeon, diese Frage stellt sich zweifellos bei Dungeon Lords, das ein schönes Aufbauspiel mit netten Fantasykomponenten ist. Und die "strahlenden" Helden bekommen eins auf die Hucke.
Abseits von Brett- und Kartenspielen gibt es natürlich auch noch was, hier gefällt mir persönlich im Bereich Rollenspiele die Savage World’s Gentlemans Edition, ein schönes, generisches System, dessen unzählige Welten und Settings bespielt werden wollen! Kurzum: Fast! Furious! Fun!
Arno Steinwender: Werwölfe - Die Gemeinde von Asmodee
Die neue Variante von Werwölfe von Düsterwald sieht nicht nur schön aus, sondern bietet wieder zahlreiche neue Möglichkeiten die das Spiel nicht nur für erfahrene Werwölfe abwechslungsreicher macht. Viele Bürger bekommen ein Gebäude und damit einen Beruf zugeteilt, mit dem sie eine Sonderfähigkeit ausüben können. Der Lehrer kann beispielsweise zwei Spieler von der Abstimmung ausschließen, darf aber selbst nicht abstimmen. Der Priester wiederum darf einmal im Spiel einem Spieler die Beichte abnehmen und bestimmt damit den Charakter eines Mitspielers. Das besondere ist, dass die neuen Sonderfähigkeiten keinem bestimmten Charakter zugeordnet sind und somit auch ein Werwolf Priester, Lehrer, usw. werden kann. Mit den neuen Charakteren, die auch noch dabei sind (z.B. weißer Wolf, der auch gegen die Werwölfe spielt), sind zahlreiche abwechslungsreiche Werwolf-Partien in Sicht!
Thomas Nezold: Dungeon Lords von Czech Games und Pandemie - Auf Messers Schneide von Pegasus
Dungeon Lords??? Seit 1989 spiele ich HeroQuest, und danach in weiterer Folge Spiele wie Domain, Verlies, das D&D-Spiel, sogar (*Gottbeschützeuns*) die Schwarze Auge-Brettspiele (Gott, waren DIE schlecht!!!) und natürlich das heilige Descent. Und jetzt kommt einer meiner Lieblingsautoren, nämlich Vladimir Chvatil (Galaxy Trucker, Space Alert) und baut ein (vom seligen PC-Spiel "Dungeon Keeper" inspiriertes) Aufbau- und Tüftelspiel, in dem man eben so einen Dungeon bastelt, durch den man in obig erwähnten Spielen streift...
Zu Pandemie - Auf Messers Schneide kann ich nur sagen, dass ich kooperative Spiele einfach liebe. Und Pandemie ist - gemeinsam mit Space Alert - meiner Ansicht nach das Highlight des Genres. Jetzt verspricht die - heutzutage unvermeidliche - Erweiterung nicht nur eine Erschwernis der Mission (ein Virusstamm ist virulent bzw. das Virus mutiert), sondern auch eine einer-gegen-Alle-Variante mit einem Bio-Terroristen. Und ich liebe eben auch Spiele im Scotland-Yard-Stil...
Zum Abschluss noch die Empfehlungsliste der Kinder- und Familienspiel-Redaktion, präsentiert von Dagmar Weiss...
Das magische Labyrinth von Schmidt kombiniert als Kinderspiel einen neuartigen Magnetmechanismus mit dem Prinzip versteckter Mauern. Das Spiel basiert darauf, dass man sich merkt, wo die Mauern sind und dadurch weiß, wo man gehen kann. Macht einfach viel Spaß und die Idee ist toll.
Professor Pünschge von Zoch sieht zwar auf den ersten Blick wie ein Kinderspiel aus, ist aber durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade auch für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene toll spielbar und somit ein ideales Familienspiel. Es ist ein abstraktes Grübelspiel, das alle Gehirnwindungen anregt. Man muss draufkommen, nach welchem Denkschema sich die Figur auf dem Spielplan fortbewegt. Warum betritt der Professor das Spielfeld und das davor nicht?
You Robot von Repos Production fordert als familiärer Aktion-Party-Kracher Koordination und räumliches Denken. Die Spieler spielen in Teams, wobei einer den Programmierer spielt und der andere den ausführenden Roboter. Der Ansager darf nicht sprechen und nur mit seinen Karten seinen Roboter anweisen bestimmte Bewegungen auszuführen. Der Spaß dabei ist, dass bestimmte Anweisungen unterschiedlich verstanden werden. Außerdem sind die Stellungen, in welche der Roboter kommen muss zum Schießen lustig. Da kann es passieren, dass man seinem Nachbarn die Zunge rausstrecken, sich unter den Tisch legen oder einfach so tun muss, als würde man Gitarre spielen...
Nachdem jetzt auch die Kinder- und Familienspiel-Redaktion ihren Auftritt hatte, bleibt mir also nur noch allen unseren Lesern ein heiteres und besinnliches, aber vor allem auch spielvergnügtes Fest zu wünschen... natürlich im Namen des gesamten Teams oder würde tatsächlich irgendwer denken, dass ich den ganzen Ruhm dafür für mich allein einstreichen würde (neeeee, ich doch nicht *mich wegschleich*). Nein, keine Sorge, wir verabschieden uns jetzt natürlich nicht, falls das jemand von uns denken sollte, sondern wir werden die letzten Tage dieses Jahres noch eifrig weiterarbeiten. Zumindest vergeht dann die Zeit bis Weihnachten ein wenig schneller (jaja ich weiß, alles nur Einbildung, Vorbildung, Ausbildung, .... aber wen interessiert’s, Haupsache die Zeit kommt einem nicht so lange vor).
Merry Xmas & A Happy New Year ;-)!!!
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