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Sony bittet zu Tisch: Das Wiener Prelaunch-Event zur Playstation Vita

Es war ein verschneiter Winternachmittag, als sich ein Haufen verfrorener Männer und Frauen wagemutig in die mit PS Vita Bannern verzierten Räumlichkeiten einfand, um sich an kostenlosen Kaffee und Kuchen zu erfreuen - und selbstverständlich auch, um mit Playstations neuestem Hardware-Wurf, der PS Vita daddeln zu dürfen.

Allerdings war es nicht ganz so leicht, denn zu Beginn bekommt man als Pressemitglied immer die obligatorischen Infos und News. Zwar hat man die allesamt schon längst gelesen (und vor Monaten bereits an seine Leser weitergegeben), aber das hat bislang noch nie eine Presseagentur gestört, ihre Infos erneut ins Rennen zu werfen - aber hey, es gab ja Kaffee...
Dennoch, um ganz ehrlich zu sein, alles wusste ich noch nicht. Klar, die üblichen Sachen, dass die PS Vita einen Vierkernprozessor hat, dessen Rechenleistung annährend in die Sphären einer Playstation 3 kommt, das die Vita einen rückseitigen Touchscreen besitzt und dass es zwei Modelle geben wird, nämlich eines mit 3G und WiFi und eines nur mit WiFi, das war alles schon länger bekannt, aber der Blick aufs Launch Lineup war eher verdunkelt...

Have a Party near you

Vor allem der in die PS Vita integrierte “near” Service vermochte mein Interesse zu wecken, lässt euch dieser doch nicht nur andere PS Vita Spieler in eurer Nähe entdecken (vorausgesetzt ihr hab das 3G Modell mit dem GPS Sensor oder ihr befindet euch an einem WLan Hotspot), sondern ihr habt auch die Möglichkeit Spielgegenstände vom realen Raum in den virtuellen zu transportieren. Wie? Was? Nein, ich spinne nicht, near verwendet die Augmented Reality Funktion der PS Vita damit Spielgegenstände in einer virtuellen Welt, die über die reale gelegt wird, ausgetauscht werden können. Auf diese Weise könnten die Entwickler auch Zusatzpakete oder Sonderitems zu Spielen bei realen Punkten der Welt platzieren, beispielsweise ein Call of Duty Maschinengewehr beim Stephansdom - zugegeben, eine höchst bizarre Vorstellung in dieser Kombination, aber man versteht den Grundgedanken.
Doch dabei wollte man wohl bei Sony nicht bleiben und verpasste der Vita noch weitere PlaystationNetwork-exklusive Features, so beispielsweise die Software “Party” mit der man Sprach-Chatrooms aufbauen kann, um sich so mit seinen Freunden zu unterhalten, beispielsweise um von der neuesten Errungenschaft im letzten Abenteuer zu berichten. Bezeichnend dabei? Die Voicechat-Funktionalität ist Cross-Plattform implementiert, das heißt egal ob euer Freund dasselbe Game spielt wie ihr oder nicht, ihr werdet euch dennoch mit ihm unterhalten können. Wow, da staunte ich aber nicht schlecht …

Der Kampf begann

Nichtsdestotrotz, ich war froh, als ich dann endlich meine Finger an die Vita legen dufte. Und der erste Gedanke? Wow, definitiv angenehmer als die PSP. Nicht nur vom Gewicht, vor allem die beiden Analog-Sticks sind ein wahrer Segen und übertreffen nicht nur die schwachsinnige PSP-Umsetzung, sondern auch das Circle-Pad des 3DS. Um ehrlich zu sein, war ich sogar geneigt die beiden Sticks einem PS3-Controller vorzuziehen, so gut fühlt sich das spielen mit ihnen an. Gleiches gilt für die beiden überaus sensitiven Touchscreens der PS Vita, die partout keine Probleme bereiteten (ganz im Gegensatz zur gleichzeitigen Handhabung der beiden, aber dazu später). Und der Screen … wow, das Bild war gestochen scharf und farbenfroh - aber wen wundert es bei einem eingebauten OLED als Display? Insofern heute nicht wirklich was Besonderes mehr, auch wenn Kollege Hannes völlig aus dem Häuschen war (gute Güte, kauf dir mal ein neues Telefon Hannes, da gibt’s das auch :-D). Allerdings konnten wir beide keine Fingerabdrücke auf dem Display ausmachen und auch kratzfest schien es zu sein - was man uns dann auf Rückfrage auch bestätige, somit braucht ihr künftig keine Angst zu haben, dass euch die Vita in der Hosentasche zerkratzt wird (obwohl sie dafür schon fast einen Tick zu groß ist). Alles in allem konnten wir nicht klagen, also legten wir mal los …

Die Games

Austesten konnten wir im Grunde alles, was zum Launch der Vita verfügbar sein wird, darunter eben

* Uncharted: Golden Abyss™ (Action-Adventure)
* WipEout® 2048 (Racing)
* Reality Fighters (Augmented Reality/ Beat ‘em up)
* Little Deviants (Action/ Minispiele)
* ModNation Racers™ (Kart Racing/ Creative Gaming)
* Everybody’s Golf® (Sports/ Golf)
* Escape Plan (Strategy/ Puzzle)
* Gravity Rush (Action/ Adventure)
* Hustle Kings (Sports)
* MotorStorm® RC (Racing)
* Top Darts (Sports)
* Super StarDust Delta (Shooter/ Shoot ‘em up)

wobei es natürlich gerade Uncharted, WipEout, ModNation Racers und Everybody’s Golf waren, die unser beider Aufmerksamkeit auf sich zogen, wenngleich auch eher unbekanntere Titel wie Escape Plan und Little Deviants unsere kostbare Zeit in Anspruch nehmen durften - und wir das bis heute nicht bereuen. Vor allem weil Little Deviants und Escape Plan neben Super StartDust Delta und Uncharted: Golden Abyss wohl die einzigen Spiele waren, bei denen Kollege Hannes und ich einvernehmlich die Vita am liebsten gleich mit nach Hause geschmuggelt hätten. Während Uncharted eine eigene Episode aus Nathan Drakes Vergangenheit erzählt und ohnehin das allein ausreicht, um das Spiel als Must Have Titel zu deklarieren, war es bei Escape Plan die witzige, im SW-Look gehaltene Comic Grafik kombiniert mit der 2D-Rätselkost, die zu gefallen wusste. Little Deviants hingegen vermochte deshalb zu gefallen, weil es neben einer zuckersüßen Grafik die Features der Vita wirklich auszureizen vermochte, denn jedes der dortigen Mini-Spielchen befasste sich gänzlich mit einem Vita Feature. So musste man beispielsweise durch Gleiten am rückwärtigen Touchscreen Hügel im Boden erschaffen, von denen dann die Spielfigur runterrollen konnte. Was jetzt nicht so besonders erscheinen mag, ist durch den Umstand, dass ihr rückseitig euren Finger benutzt eine ganz andere Dimension der Steuerung. Denn ob ihr es glaubt oder nicht, dadurch dass ihr nicht sehen könnt, wo sich euer Finger denn genau befindet, ist es eher so, als würdet ihr das ganze erfühlen müssen. Schwer zu beschreiben, jedenfalls wars ein anderes Feeling als von vorne draufzutippen und für mich die wirkliche Überraschung des Events. Dafür hatte ich bei einigen Spielen, bei denen es darauf ankam gleichzeitig dieselbe Stelle am vorderen und am rückseitigen Touchscreen zu treffen, so meine Probleme - was dann natürlich zu einem raschen Spieltod führte. Vermutlich braucht es auch hier einefach eine Eingewöhnungszeit, bis man den rückseitigen Bildschirm wirklich intuitiv bedienen kann - Spaß macht er aber allemal …

Fazit

Vom ersten Eindruck her macht die Vita schon etwas her. Die technischen Daten sind eine Sache, viel wichtiger ist aber immer noch die Verarbeitung. Hier hatte Sony einst bei der PSP viel vermurkst (ich erinnere nochmal an den absolut traumatischen Analog-Stick der PSP), bessert das aber jetzt grandios aus. Gleiches gilt auch für die neuen Features wie den vorderseitigen und vor allem den rückwärtigen Touchscreen, der tatsächlich ein völlig neues Spielerlebnis mit sich bringt. Es ist fast, als hätten die einstigen Kontrahenten Nintendo und Sony in dieser Generation die Rollen getauscht, denn Sonys Daddelkiste bringt mit dem rückseitigen Screen tatsächlich eine spielerische Neuerung. Absolute Pflichttitel beim Kauf sind von den Serien-Auflegern natürlich Uncharted: Golden Aybss und Modnation Racers, von den Neulingen aber mit Sicherheit Little Deviants und Escape Plan. Auch WipEOut 2048 spielte sich nicht übel, aber hier konnten wir das Killer Feature, nämlich die Cross-Play Funktion zur PS3 (ihr könnt mit dem WipEOut der PS3 gegen das WipEOut der Vita spielen - LIVE!) noch nicht austesten, holen das aber nach, sobald wir von Sony ein Testexemplar in Händen halten.

Jedenfalls wirds ein warmer Frühling und ein noch heißerer Sommer mit der PS Vita, die europaweit am 22. Februar erscheint und ich hoffe dass wir euch mit diesem aktuellen Hands On bei der vielleicht gar nicht so schwierigen Entscheidung des Kaufes ein wenig weiterhelfen konnten.


© Bernhard Tischler
am 20.02.2012



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