Ein Insider berichtet
Als Spieletest.at-Neugling hatte ich die Ehre dieses Jahr im Team für die Spielwarenmesse in Nürnberg dabei zu sein. Dies bedeutet viel Stress und Schlafentzug. Schlafentzug deswegen, weil wir andauernd am Arbeiten waren, was jedoch auch großen Spaß mit sich bringt, denn wann bekommt man schon die Chance bei so einer Messe dabei zu sein, zu der nur Fachbesucher, also Händler, geladene Gäste sowie die eben die Presse Zutritt haben.
Nun ein kurzer Einblick in den Alltag eines spieletest.at-Berichterstatters:
8.15Uhr, der Wecker läutet, das Badezimmer wird gestürmt. Eine Viertelstunde später werden die Laptops hochgefahren um ein weiteres Mal den Versuch zu starten, diverse Videos vom Vortag zu rendern, was allerdings häufig nicht funktionierte. Regelmäßig erlöschen die Bildschirme aus heiterem Himmel. Mit so etwas muss ich mich als MacBook-Benutzer Gott sei Dank nicht herumschlagen. Bei mir funktioniert immer alles bestens, ohne Einschränkungen! ;-)
Bis um 9:15 Uhr müssen alle (wir waren zu Fünft) hygienisch sauber und fertig zur Abfahrt sein, denn um 10 Uhr gibt es den ersten, von meist 6 Terminen pro Tag.
Natürlich verspätet sich die Abfahrt oft ein wenig. Zu den Terminen kommt man Dank viel Stress und Eile trotzdem pünktlich. Man möchte ja einen guten Eindruck bei Ravensburger und Co hinterlassen.
Besonders erfreut war ich immer, als wir am Ende des ersten Termins, so z.B. bei Hasbro, eine Erfrischung angeboten bekommen haben. Bei einem netten Schwätzchen mit der Pressedame wurde also mit deutschem Kaffe gefrühstückt.
Nachdem der erste Termin abgehakt ist, trennen sich die Wege des Teams, denn jeder hat etwas anderes zu tun. Während die einen abermals erfolglos versuchen Videos zu rendern, rennen ich mit Laura durch die Hallen und nehme Interviews und Videos auf. Zwischendurch immer wieder ein Pressetermin bei dem ein oder anderem Verlag, zu dem meist aber nur 2-3 Spieletester gehen.
Als Basisstation dient uns das Pressecenter, in dem wir Internetzugang haben. Außerdem wird man dort mit Brezeln, von denen ich täglich ungefähr fünf Stück verdrückten verwöhnt. Für eine andere Nahrungsmittelaufnahme unter Tags bleibt zu wenig Zeit. Der umgehängte Presseausweis ist also wirklich überlebenswichtig um die geneigten Leser, also euch, möglichst flott mit den neuesten Infos zu versorgen.
Nachdem man den einen oder anderen Bericht im Pressecenter geschrieben und online gestellt hat, macht man sich meist wieder auf den Weg zu einem weiteren Termin. Termine gibt es nämlich am laufenden Band. Zwischendurch bleibt immer wieder Zeit für die Erkundung der unendlichen Weiten der, bis zum Dach mit den unterschiedlichsten Spielwaren aus aller Welt gefüllten, Hallen. Ich bin aus dem Staunen gar nicht mehr heraus gekommen, denn solche Sachen sieht man oft nur dort, da viele der dort vorgestellten Produkte niemals auf den europäischen Markt kommen.
Man merkt gar nicht, dass die Sonne längst untergegangen ist. Plötzlich ist es 19 Uhr. Seit einer Stunde ist die Messe schon für die Besucher geschlossen, doch wir haben immer noch einiges zu tun. Doch auch für uns heißt es um sieben gezwungenermaßen: Sachen packen.
Total ausgehungert und matsch im Hirn wird Essen gesucht. Egal ob beim Mexikaner oder im englischen Pub, überall schmeckt mir das Essen, ob das mit der Qualität der Speisen oder mit meinem leeren Bauch zusammenhängt, kann ich nicht beurteilen. Viel Zeit zum Bäuche vollschlagen bleibt aber nicht, denn zahlreiche Berichte, Fotos, Audio-Files und Videos gehören geschrieben, aussortiert, geschnitten und gerendert (natürlich ohne Erfolg).
Die Nacht vergeht also im Flug, bevor der Wecker wieder um 8:15 Uhr läutet. Man kann froh sein, wenn man 4 Stunden Schlaf bekommt. Trotz des ganzen Stresses war die Spielwarenmesse eine unvergessliche Erfahrung für mich, die ich nicht missen möchte.
1145 Berichte.



